Zeitfahr-Weltmeister Tony Martin muss sich nach seinem Triumph obskure Manipulationsvorwürfe aus der Schweiz gefallen lassen.

Die Boulevardzeitung "Blick" berichtet, der 28-Jährige habe bei seiner Fahrt zum Titel-Hattrick unerlaubte aerodynamische Hilfsmittel benutzt.

"Er trug unter dem Kombi an den Oberarmen kleine Spoiler", schrieb das Blatt, und versuchte, den Verdacht mit einem Foto aus dem Zielbereich, als Martin erschöpft auf dem Boden lag, zu belegen. Dieser Vorwurf lässt sich jedoch mit keinem anderen Bild erhärten.

Der Zeitfahranzug des gebürtigen Cottbusers ist ein Modell, das auch der Brite Bradley Wiggins trug, der am Mittwoch hinter Martin Silber geholt hatte.

Schon bei Olympia in London hatte Martin einen Anzug mit identischem Schnitt verwendet, der damals nicht beanstandet worden war.

Der Schweizer Fabian Cancellara, Zeitfahr-WM-Dritter in Florenz, verwendete dagegen Rennkleidung eines anderen Herstellers, hätte dem Vernehmen nach aber lieber auf ein Modell wie das seiner Konkurrenten gesetzt.

Die Spezialanfertigungen der Zeitfahrer werden zudem vor dem Wettkampf von Kommissären des Radsportweltverbandes UCI kontrolliert und freigegeben.

Martins Manager Jörg Werner bezeichnete die Schweizer daher als "schlechte Verlierer" und sah keinen Grund für eine Rechtfertigung seines Schützlings. "Das ist lächerlich", sagte er. Auch die UCI sieht keinen Anlass, dem Verdacht nachzugehen.

Im "ZDF" hat Tony Martin indes noch einmal unterstrichen, dass er kurzfristig keine Rundfahrer-Ambitionen hegen wird.

"Das ist vielleicht noch einmal ein Thema für die fernere Zukunft", sagte der 28-Jährige, der sich als großes Ziel den Zeitfahr-Olympiasieg 2016 in Rio de Janeiro setzt.

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