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Der Radsportweltverband UCI ist wegen der Ausstellung eines medizinischen Attestes für Tour-de-France-Sieger Christopher Froome in die Kritik geraten.

Während der Tour de Romandie, die der Brite Anfang Mai gewann, sei ihm unrechtmäßig erlaubt worden, ein kortisonhaltiges Medikament mittels eines Sprays oral einzunehmen.

Die französische Sonntagszeitung "Le Journal du Dimanche" zitiert in Dr. Gerard Guillaume einen Experten, der sagt, Froome hätte laut Reglement dieses Mittel (Prednisolon) nicht im Wettkampf benutzen dürfen.

Prednisolon hat bei Entzündungen einen abschwellenden Effekt und bewirkt dadurch in einem Fall wie bei Froome eine Befreiung der Atemwege. Die zugelassene Dosis betrug 40 mg pro Tag.

Froome hatte wenige Tage vor der Rundfahrt den Start bei Lüttich-Bastogne-Lüttich wegen einer Bronchitis absagen müssen und daraufhin die Genehmigung bei der UCI beantragt.

Diese sei ihm vom Schweizer UCI-Arzt Mario Zorzoli erteilt worden. Guillaume sagt, das Attest hätte nur von einer Gruppe von Experten ausgestellt werden dürfen, nicht von einem einzelnen.

Die UCI reagierte in einer Stellungnahme gelassen und betonte, dass der Vorgang transparent und in Einklang mit den gängigen Anti-Doping-Richtlinien durchgeführt worden sei.

Nach Guillaumes Darstellung hätte die UCI damit Froome beim Doping unterstützt. "Dr. Zorzoli sagte uns, was wir dürfen und was nicht. Wir haben uns immer innerhalb der Regeln bewegt, deshalb haben wir auch nichts zu verbergen", sagte Sky-Teamchef Dave Brailsford am Sonntag.

Die medizinische Abteilung der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) habe sich der Sache angenommen, schrieb Le Journal du Dimanche.

Die Anstrengungen der UCI im Anti-Doping-Kampf hatte IOC-Präsident Thomas Bach gerade erst als "wirklich eindrucksvoll" bezeichnet.

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