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Andy Schleck erwischt es wahrscheinlich am härtesten bei der Frankreich-Rundfahrt. Der 29-jährige Luxemburger hat sich bei seinem Sturz im rechten Knie beide Kreuzbänder sowie Außen- und Innenband gerissen. Zudem zog er sich einen Meniskus-Riss und eine Knochenläsion zu - eine Horror-Diagnose. Das Drama ereignet sich auf der 3. Etappe in Großbritannien
Andy Schleck verletzte sich der Tour de France schwer © getty

Die Knie-Verletzungen des ehemaligen Tour-de-France-Siegers Andy Schleck nach seinem Sturz beim wichtigsten Radrennen der Welt sind noch gravierender als angenommen und werfen den 29-Jährigen weit zurück.

Untersuchungen am Mittwoch in Basel bestätigten Teilrisse des Seiten- und Kreuzbandes sowie einen Meniskusriss, zudem wurde eine Verletzung des Gelenkknorpels festgestellt.

"Ich fühle mich sehr schlecht, und das ist noch untertrieben. Ich bin am Boden", sagte der Mannschaftskollege des deutschen Oldies Jens Voigt beim Team Trek Factory Racing: "Mein Knie sieht aus, als wäre es explodiert. Ich werde mindestens zwei Wochen auf Krücken verbringen, und danach müssen wir erst mal abwarten. Ich kann derzeit keinen genauen Zeitplan bekommen, es ist schwierig damit umzugehen. Es zu akzeptieren ist der erste Schritt meiner Reha, daran arbeite ich jetzt. Es liegt ein langer Weg vor mir, aber ich bin es gewohnt, mich zurückzukämpfen."

Wie sein Team am Mittwochabend mitteilte, wurde Schleck bereits erfolgreich operiert. Wie lange der Luxemburger ausfalle, sei derzeit nicht abzuschätzen. Der Schaden am Gelenkknorpel sei der "schlimmste und schmerzhafteste Teil der Verletzung", sagte Teamarzt Andreas Gösele.

Tägliche Physiotherapie-Maßnahmen sollen den Heilungsverlauf nun beschleunigen. Schleck war am Montag auf der vierten Etappe der Tour mit einem Zuschauer kollidiert, am Dienstag konnte er verletzungsbedingt nicht mehr antreten.

Schleck fuhr schon seit langem seiner Bestform hinterher, seine Krise begann mit einem im Juni 2012 erlittenen Steißbeinbruch, der ihn zu einer viermonatigen Pause zwang und den Start bei der Tour de France kostete. Seit seiner Rückkehr hat er kein Radrennen mehr gewonnen.

Schleck hatte von 2008 bis 2010 die Nachwuchswertung bei der Tour gewonnen. 2010 wurde ihm zudem der Gesamtsieg nach einer Dopingsperre des Spaniers Alberto Contador zugesprochen.

2011 stand er als Zweitplatzierter hinter dem Australier Cadel Evans erneut auf dem Podium in Paris. Im Vorjahr reichte es für Schleck nur noch zum 20. Platz.

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