vergrößernverkleinern
© imago

Das Küchentechnikunternehmen Bora aus Oberbayern wird neuer Hauptsponsor des deutschen Radsportteams NetApp-Endura.

Manager Ralph Denk präsentierte zusammen mit Firmenchef Willi Bruckbauer in Besancon am ersten Ruhetag der 101. Tour de France den neuen Partner. Bora hat einen Fünf-Jahres-Vertrag mit dem Team abgeschlossen, der ab Januar 2015 in Kraft tritt. Die bisherigen Sponsoren NetApp und Endura ziehen sich zurück. "Es ist ein großer, großer Tag für uns", sagte Denk.

Ein unmittelbarer Aufstieg in die World Tour, die erste Liga des Radsports, ist mit Bora nicht geplant. Die Mannschaft wird zunächst weiterhin als zweitklassiges Pro-Continental-Team fahren und damit für die großen Rennen im Saisonkalender auf Einladungen der jeweiligen Veranstalter angewiesen sein. Zur Saison 2017 soll der Aufstieg dann erfolgen.

"Wir wollen die Mannschaft so formen, dass sie dann auch konkurrenzfähig ist. Eine Budgetsteigerung ist im Vertrag vorgesehen", sagte Denk.

Bora ist seit dem Ausstieg von Milram 2010 der erste deutsche Hauptsponsor, der bei einem Rennstall ähnlicher Größenordnung einsteigt. Bora ist eine mittelständische Firma aus Raubling bei Rosenheim, dort befindet sich auch der Sitz des Teammanagements. "Es ist auch ein besonderer Tag für mich", sagte Bruckbauer.

Das überraschend lange Engagement begründete der Bora-Inhaber wie folgt: "Wir wollen, dass sich die Rennfahrer langfristig entwickeln, ohne gleich den ganz großen Leistungsdruck zu verspüren. "

Eine Ausstiegsklausel im Falle einer Dopingenthüllung sei enthalten. "Es gab über das Team noch nicht einmal ein Gerücht, auch das hat mir Sicherheit gegeben", sagte Bruckbauer.

Für Teamchef Denk hat das Bündnis Signalwirkung für den deutschen Radsport. Sein Ziel ist es, dem Kader nun auch ein stärkeres deutsches Gesicht zu geben. Zukäufe der Spitzenfahrer Tony Martin, Marcel Kittel, Andre Greipel oder John Degenkolb sind aber nicht vorgesehen.

"Die vier besten Deutschen sind fast die teuersten Fahrer im Peloton. Das ist nicht unsere Kragenweite", sagte Denk. Er will Talenten und Profis aus der zweiten Reihe eine Chance geben.

Hier gibt es alles zum Radsport

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel