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Philipp Weishaupt setzte sich im Stechen gegen Thomas Mühlbauer durch © imago

Philipp Weishaupt besiegt bei der Deutschen Meisterschaft seinen eigenen Chef Ludger Beerbaum. Isabell Werth kritisiert den Verband.

Balve - Als sein Angestellter Philipp Weishaupt mit Siegerfaust durch den Parcours ritt, blickte Ludger Beerbaum in den trüben Himmel von Balve konnte sein Pech kaum fassen:

Der viermalige Olympiasieger erlebte bei der Reit-DM ein frustierendes Wochenende und musste sich am Ende nach einem Sturz und anhaltenden Betrugs-Vorwürfen nach einem Abwurf im letzten Umlauf mit dem fünften Platz begnügen.

"Der Fehler geht auf meine Kappe. Ich bin falsch an das Hindernis herangeritten", sagte Beerbaum, der sich aber für seinen 24 Jahre alten Bereiter im Stall von Riesenbeck freuen konnte:

"Affengeil. Philipp ist heute besser geritten als ich."

"Das ist der Hammer"

Weishaupt selbst war nach seinem ersten DM-Triumph mit der neun Jahre alten Stute "Souvenir" überglücklich:

"Das ist der Hammer. Wir haben super erfahrene Leute. Doch jetzt ist es gut, dass auch die jungen Leute mal vorne landen."

Mühlbauer mit dem entscheidenden Abwurf

Nachdem Beerbaum mit seinem Hengst "Couleur Rubin" gepatzt hatte und seinen neunten Titel verpasste, zogen nur Weishaupt und Thomas Mühlbauer mit "Asti Spumante" ins Stechen ein.

Dort erlaubte sich Mühlbauer einen Abwurf und wurde Zweiter.

Carsten-Otto Nagel belegte mit "Corradina" den dritten Platz. Vorjahressiegerin Meredith Michaels-Beerbaum war vor dem letzten Umlauf ohne Chancen auf den Sieg ausgestiegen.

Vierter Reiter für CHIO gesucht

Bundestrainer Otto Becker zog ein positives Fazit: "Ich hatte Gänsehaut. Einige junge Reiter haben auf sich aufmerksam gemacht", meinte er.

In den nächsten Tagen soll geklärt werden, welches Quartett Ende Juni beim CHIO in Aachen für Deutschland reitet. Neben Michaels-Beerbaum, Marcus Ehning und Nagel wird ein vierter Kandidat gesucht. Der dürfte jetzt Weishaupt sein.

Glück im Unglück für Beerbausm Top-Pferd

Beerbaums Ritt hatte mit einem Sturz gegonnen, der für viele andere Reiter das Aus bedeutet hätte. Zum Auftakt der DM war er mit seinem Top-Pferd "Coupe de Coeur" in den Oxer gekracht.

Der Hengst hatte Glück im Unglück und zog sich nur eine Überstreckung des Vorderfußwurzelgelenks zu. Beerbaum nahm den Fehler auf seine Kappe und setzte nur eine Stunde später mit seinem Zweitpferd "Couleur Rubin" den Wettkampf fort.

Beerbaum: Kein Einfluss durch Betrugs-Vorwürfe

Dass die anhaltenden Betrugs-Vorwürfe gegen ihn zu der Unkonzentriertheit geführt hatten, wies der Routinier zurück: "Solche Fehler habe ich mir auch früher schon geleistet."

Durch sein Geständnis im Umgang mit Medikationen bei seinen Pferden hatte der zweimalige Team-Weltmeister Ende Mai selbst die Doping-Debatte angeheizt. Der Verband sperrte ihn Ende Mai für alle Nationenpreisee und löste zudem alle seine Olympia-Kader auf. (FN löst alle Kader auf)

Werth kritisiert den Verband

Die fünfmalige Dressur-Olympiasiegerin Isabell Werth nutzte die DM, um die Berufung einer externen Kommission durch den Verband zu kritisieren.

"Das ist doch eigentlich die Aufgabe des Verbandes in Warendorf, schließlich sitzen dort hochbezahlte Herren", sagte Werth. FN-Generalsekretär Soenke Lauterbach wies die Kritik zurück.

Rath gewinnt die Dressur

Im Dressur-Viereck musste Werth nach ihrem Verbal-Angriff einen Rückschlag hinnehmen und in der Kür mit "Warum nicht" (81,050 Prozentpunkte) dem 24 Jahre alten Matthias Alexander Rath (81,450) mit "Sterntaler" den Sieg überlassen.

Dritte wurde Ulla Salzgeber (80,100) mit "Herzruf's Erbe" nach einem tollen Comeback.

Werth hatte am Tag zuvor ihren insgesamt neunten Titel im Grand Prix Special gewonnen.

Golasch gewinnt in Frauenklasse

Bei den Springreiterinnen setze sich Rebecca Golasch mit Lassen Peak vor Anna-Maria Jakobs mit "Credo" und Eva Bitter mit "Niels" durch.

Bei der DM werden Meister in einer Männer- und eine Frauenklasse ermittelt.

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