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Andreas Dibowski und Stute "Serve Well" siegen in der Einzelwertung © getty

Die Erfolgsgeschichte der Vielseitigkeitsreiter beim CHIO in Aachen geht weiter: Das Pferd von Ulla Salzgeber verletzt sich.

Aachen - Nach dem Schock im Dressurstadion packte Ulla Salzgeber ihre sieben Sachen und trat auf der Stelle die Rückreise ins bayerische Bad Wörishofen an.

Die Verletzung bei ihrem Pferd "Herzruf's Erbe" im Grand Prix Special beim CHIO in Aachen hatte der 50 Jahre alten Dresssurreiterin die Laune verhagelt und das Comeback auf internationen Bühne zu einem Fiasko werden lassen.

Eine starke Leistung zeigten hingegen die deutschen Vielseitigkeitsreiter, die angeführt von Andreas Dibowski zum dritten Mal in Folge in Einzel- und Teamwertung gewannen.

Marcus Ehning bescherte den Springreitern in der elften Prüfung zudem endlich den ersten Sieg.

Plötzliche Verletzung bei Salzgebers Pferd

"Ich bin am Boden zerstört und total enttäuscht. Es gab überhaupt keine Anzeichen, dass irgendetwas nicht stimmem könnte", sagte Salzgeber nach der unerklärlichen Geschichte um die Verletzung ihres Pferdes. Wie aus dem Nichts fing der Wallach beim Einreiten ins Stadion plötzlich an zu lahmen.

Salzgeber musste zum Entsetzen der Zuschauer absteigen und ihren Vierbeiner ganz vorsichtig aus der Arena führen.

Eine erste Ultraschall-Untersuchung ergab, dass sich "Herzruf's Erbe" eine Zerrung am Fesselkopf zugezogen hat und damit zunächst für weitere Einsätze nicht mehr zur Verfügung stehen wird. Zuvor war bereits die fünfmalige Olympiasiegerin Isabell Werth nach einer positiven Doping-Probe bei ihrem Pferd Whisper für die deutsche Mannschaft ausgefallen. (Werth: "Ich bin keine Kriminelle")

Goldhoffnungen für EM gedämpft

Damit erhielten die Goldhoffnungen der deutschen Mannschaft für die Europameisterschaften Ende August im englischen Windsor einen weiteren Dämpfer, zumal die weiteren Reiter im Special beim Sieg des US-Amerikaners Steffen Peters (76,917 Prozentpunkte) auf "Ravel" die Top-Plätze verpassten.

Als beste Deutsche belegte Heike Kemmer (73,792) mit "Bonaparte" den vierten Platz. Matthias Alexander (73,292) kam mit "Sterntaler" auf Rang sieben. Ellen Schulten-Baumer (70,167) belegte mit "Donatha" Rang zwölf.

Deutsche Siegesserie geht weiter

Hochstimmung herrschte dagegen in der Vielseitigkeit. Dibowski gewann mit seiner 15 Jahre alten Stute "Serve Well" (45,10 Minuspunkte) die Einzelwertung und führte das deutsche Team zum Sieg im Nationenpreis. Damit haben die Gastgeber das seit 2007 ausgetragene Turnier sowohl im Einzel als auch mit der Mannschaft dreimal in Folge gewonnen.

Hinter Dibowski kamen in Ingrid Klimke (46,70) mit "Butts Abraxxas" und Dirk Schrade (48,60) mit "King Artus" zwei weitere Paare aus Deutschland auf die Plätze zwei und drei. Pech hatte Bettina Hoy (73,80), die nach Dressur und Springen noch geführt hatte. Nach einer Verweigerung und mehreren Zeitfehlern im Gelände fiel sie am Samstag mit ihrem Schimmel "Ringwood Cockattoo" auf den 17. Rang zurück.

In der Teamwertung gewannen die Gastgeber mit Dibowski, Hoy, Klimke und Schrade mit 140,40 Minuspunkten vor Großbritannien (173, 90) und Neuseeland (250,30).

Hoy nach Verweigerung enttäuscht

"Ich hatte vor dem Geländeritt nicht gedacht, dass ich hier noch gewinnen werde", sagte Dibowski, der nach Dressur und Springen auf Platz vier lag.

Die geschlagene Bettina Hoy konnte sich ihre Verweigerung nicht erklären: "Ich weiß nicht, warum es passierte. Schade, natürlich bin ich enttäuscht. Aber ich freue mich auch über den Sieg im Nationenpreis. Meine Kollegen haben mich gerettet."

Ehning beendet Durststrecke

Marcus Ehning indes beendete die Durststrecke der deutschen Springreiter beim CHIO. Der frühere Weltranglistenerste gewann mit seinem Hengst "Plot Blue" das mit 50.000 Euro dotierte Springen mit Siegerrunde in der Soers und bescherte den Gastgebern in der elften Prüfung den ersten Sieg.

Zweiter wurde die Französin Penelope Leprevost mit ihrem Hengst "Carthago" vor Daniel Deusser mit "Ad Ornella" (46,11 Sekunden).

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