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Isabell Werths Pferd "Whisper" wurde beim Pfingstturnier in Wiesbaden positiv getestet © getty

Springreit-Ikone Alwin Schockemöhle glaubt bei den aktuellen Fällen nicht an Betrug und kritisiert die geltende Null-Lösung.

Warendorf - Springreit-Ikone Alwin Schockemöhle hat sich nach den jüngsten Dopingfällen gegen die im Reitsport geltende Null-Lösung ausgesprochen.

"Ich habe Probleme damit, diese Vorfälle als Doping-Fälle zu bezeichnen", sagte der Olympiasieger von 1976 der "Bild am Sonntag".

Es gehe darum, dass Pferde außerhalb von Turnieren Medikamente bekommen, die sie brauchen, um wieder gesund zu werden.

"Wenn ich als Reiter Kopfschmerzen hatte, nahm ich eine Tablette. Damit galt ich aber nicht als gedopt, was ja auch unsinnig gewesen wäre."

DOSB-Kommision beginnt Anhörung

"Wenn ein Pferd jedoch ein vergleichbar harmloses Medikament bekommt, ist es angeblich gedopt", sagte der 72-Jährige.

Derweil wird es für den deutschen Reitsport bei der Aufarbeitung der anhaltenden Doping-Anschuldigungen ernst.

Am Montag beginnt die Kommission des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) in Warendorf mit der Anhörung von rund 70 Reitern und Funktionären zu möglichen Doping-Praktiken in deutschen Equipen.

Entscheidung Ende Juli

"Ich freue mich, dass es endlich losgeht und wir hoffentlich bald Klarheit haben", sagte Breido Graf zu Rantzau.

Mit der Vernehmung des Präsidenten der Deutschen Reiterlichen Vereinigung FN startet die Kommission um den ehemaligen Bundesverfassungsrichter Udo Steiner um 8.30 Uhr.

Rund 45 Minuten sind für ein Gespräch anberaumt. Der erste Block der Befragungen endet Mittwoch. Die zweite Runde ist für den 20. bis 22. Juli vorgesehen.

Ende Juli soll feststehen, ob es Sanktionen gegen deutsche Reiter geben wird.

Auflösung des Kaders im Mai

Zumal zeitnah die Mannschaft für die Spring- und Dressur-EM im englischen Windsor (25. bis 30. August) nominiert werden muss.

Nur wer jeden Verdacht von Manipulationen ausräumen kann, darf in die Kader zurückkehren.

Im Mai hatte die FN wegen der Doping-Anschuldigungen in einem ungewöhnlichen Akt alle Top-Kader aufgelöst.

"Ich hoffe aber auch, dass der Weltverband FEI bei seiner Reform der Anti-Doping-Regeln bald Ergebnisse liefert", sagte Graf zu Rantzau.

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