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Carsten-Otto Nagel feiert in Windsor den größten Erfolg seiner Karriere © getty

Carsten-Otto Nagel wird bei der EM Zweiter und feiert seinen größten Erfolg. Der frühere Weltranglistenerste enttäuscht dagegen.

Windsor - Kaum war Carsten-Otto Nagel vom Pferd gestiegen, kam Freundin Mylene angesaust und gab ihrem Helden noch auf dem Abreiteplatz einen dicken Kuss.

Der 46-Jährige hatte sich die Belohnung verdient. "Ich kann es nicht fassen. Ich hatte so viel Druck, und dann hole ich Silber. Ich bin so stolz", sagte der Springreiter aus Wedel bei Hamburg, der mit dem zweiten Platz im Einzelfinale die gute Bilanz der deutschen Springreit-Equipe aufpolierte.

"Großartig, mit einer Einzelmedaille haben wir nie gerechnet. Nach diesem schwierigen Jahr ist das ein ganz großer Erfolg", schwärmte Bundestrainer Otto Becker.

"Wir können mit dem Ergebnis zufrieden sein"

Der Chef-Trainer, erst seit Jahresbeginn im Amt, musste wegen der Doping-Affäre Umstellungen vornehmen und hatte den Umbruch eingeleitet.

"Wir haben den Neuanfang gewagt. Ich denke, wir können mit diesem Ergebnis zufrieden sein", sagte der 50-Jährige. Zuvor hatte seine Equipe im Mannschaftswettebwerb schon Bronze gewonnen.

Trotz der großen Nervenanspannung zeigte Nagel am letzten Tag eine starke Vorstellung. Der Riders-Tour-Sieger blieb in zwei Runden ohne Fehler und schob sich vom siebten auf den zweiten Platz vor.

Staut holt den Sieg

"Ich habe mir immer eingeredet, dass ich das beste Pferd der Welt habe", erläuterte er sein Erfolgsrezept. Mit 9,64 Strafpunkten musste der "Rider of the year 2008" nur dem Franzosen Kevin Staut auf Kraque Boom (9,42) den Vortritt lassen.

Dritter wurde der Niederländer Albert Zoer mit Oki Doki (11,18). Für Nagel war es auch eine späte Genugtuung.

Bereits 1999 holte er bei seiner Championats-Premiere bei der EM in Hickstead/England Gold mit der Mannschaft. Anschließend fiel er jedoch aus der nationalen Spitze.

Starker Auftritt von Mühlbauer

Erst in den letzten drei Jahren fand er wieder den Anschluss und hätte nach Meinung vieler Fachleute auch ein Ticket für Olympia 2008 erhalten müssen. "Das war schon bitter, dass es nicht geklappt hat. Umso schöner ist nun diese Medaille", sagte Nagel.

Einen starken Auftritt hatte auch EM-Debütant Thomas Mühlbauer. Der Hotelier aus Kötzting im Bayerischen Wald verzeichnete am letzten Tag in zwei Runden nur einen Zeitfehler und schob sich noch vom 16. auf den fünften Rang vor.

"Ich bin total happy. Fürs erste Mal war eine Riesen-Leistung", sagte Mühlbauer.

Ehning mit enttäuschender Vorstellung

Meredith Michaels-Beerbaum (Thedinghausen/17,31) konnte nicht wie bei ihrem EM-Sieg 2007 glänzen und belegte mit dem 14 Jahre alten Checkmate den neunten Platz. Der ehemalige Weltranglisten-Erste Marcus Ehning (Borken/21,80) leistete sich in der ersten Runde zwei Abwürfe und trat als 22. zum letzten Durchgang nicht mehr an.

"Ich kann mir das auch nicht richtig erklären, freue mich aber über Bronze mit dem Team", sagte Ehning.

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