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McLain Ward gewann bei Olympia 2004 und 2008 Gold im Teamspringen © getty

Marcus Ehning feiert in Genf seinen dritten Triumph, Beerbaum wird Zweiter. Ward wird disqualifiziert und provoziert die FEI.

Genf/Berlin - Deutscher Doppelsieg durch Marcus Ehning und Ludger Beerbaum und Skandal um den Amerikaner McLain Ward: Beim Weltcup-Finale der Springreiter in Genf überschlugen sich die Ereignisse.

Nachdem die Stute Sapphire des in Führung liegenden Ward wegen einer Überempfindlichkeit aus dem Turnier genommen worden war, jagte Ehning unaufhaltsam seinem dritten Weltcup-Triumph entgegen.

Einen Tag vor seinem 36. Geburtstag präsentierte sich Ehning zum Abschluss des dreitägigen Hallenspektakels nervenstark und sicherte sich auf dem Hengst Plot Blue mit sechs Punkten den Titel.

Beerbaum: "Ich bin total happy"

"Ich könnte die ganze Welt umarmen", sagte der Borkener. 2003 mit Anka und 2006 mit Sandro Boy konnte der Weltranglisten-Vierte bereits das wichtigste Hallen-Turnier der Welt gewinnen.

Glänzend präsentierte sich auch der viermalige Olympiasieger Ludger Beerbaum.

Der Riesenbecker lieferte mit seiner Nachwuchsstute Gotha am letzten Tag zwei Nullfehlerritte ab und schob sich auf Rang zwei vor. Diesen musste er sich mit dem Schweizer Pius Schwizer und Carlina teilen.

"Ich bin total happy. Mein junges Pferd hat sich heute super präsentiert. An den ersten Tagen war Gotha noch etwas nervös", schwärmte Beerbaum.

Bundestrainer Becker ist beeindruckt

Der deutsche Meister Philipp Weishaupt (Riesenbeck/22 Punkte) rundete auf Catoki mit Rang 18 die guten Leistungen des deutschen Quartetts bei den inoffiziellen Hallen-Weltmeisterschaften ab.

Ex-Europameister Marco Kutscher (Hörstel/14) schied mit Cash im letzten Umlauf aus und belegte am Ende Rang 21.

"Unsere Mannschaft hat heute die Erwartungen weit übertroffen", sagte Bundestrainer Otto Becker. Vor allem die Leistung von Beerbaums Nachwuchspferd Gotha beeindruckte den Bundestrainer.

"Heute hat man die ganze Klasse des Pferdes gesehen", so Becker. Beerbaum meinte: "Gotha war von der lauten Stimmung in der Halle doch sehr genervt."

Ward fühl sich ungerecht behandelt

Zuvor hatte der Ausschluss der 14-jährigen Stute Sapphire des in Führung liegenden US-Amerikaners McLain Ward für große Aufregung gesorgt.

Mehrere Tierärzte hatten unabhängig voneinander beim Pferd des zweimaligen Olympiasiegers eine Überempfindlichkeit am linken Vorderbein festgestellt und das Pferd aus dem Wettkampf genommen.

"Das ist eine große Ungerechtigkeit", sagte Ward.

Durch den Ausschluss seiner Stute war für den in Führung liegenden Reiter das Turnier beendet.

Einfache Erklärung von Prinzessin Haya

Der zweimalige Team-Olympiasieger ließ sein Pferd sogar auf einer Pressekonferenz vortraben, um dessen Fitness zu demonstrieren. Anschließend rief er erfolglos zum Reiter-Boykott auf und legte sich mit dem viermaligen Olympiasieger Ludger Beerbaum an.

Der Weltverband ließ sich vom rüpelhaften Auftritt des US-Boys nicht provozieren.

"Wir kämpfen für die Gesundheit von Reiter und Pferd. Wenn ein Pferd Schmerzen hat, müssen wir es aus dem Wettkampf nehmen. Das ist geschehen", sagte FEI-Präsidentin Prinzessin Haya.

Ward vom CHIO bereits lebenslang gesperrt

Nachdem Freitagabend die Nachricht von der Überempfindlichkeit in Genf die Runde gemacht hatte, brach sofort die Angst vor einem neuen prominenten Doping-Fall aus. Die FEI konnte dem Reiter jedoch keine Manipulation vorwerfen.

Ward war bereits 1999 vom CHIO lebenslang ausgesperrt worden, weil kleine Nägel in den Bandagen seines Pferdes gefunden worden waren. Die Nägel lösen beim Pferd beim Berühren einer Hindernisstange Schmerzen aus.

Dadurch soll das Pferd höher springen.

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