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Ludger Beerbaum gewann bei den Olympischen Spielen 1992 Gold im Einzel © getty

Angeführt von Ludger Beerbaum peilen die deutschen Springreiter nicht nur den Nationenpreis-Sieg an. Eine Weltcupsiegerin fehlt.

Aachen - Die Jagd ist eröffnet:

Für die deutschen Springreiter-Asse beginnt am Dienstag beim CHIO in Aachen der heiße Kampf um die Tickets für die Weltmeisterschaften in Lexington/USA (25. September bis 10. Oktober)

Bundestrainer Otto Becker fordert von seinen WM-Kandidaten Höchstleistungen und hat beim größten Reitturnier der Welt den Sieg im Nationenpreis am Donnerstag ins Visier genommen.

"Die Fußballer haben uns bei der WM in Südafrika gezeigt, wozu ein starkes Team fähig ist. Wir wollen im Nationenpreis angreifen", sagte Becker, der mit seiner Nominierung für den traditionellen Teamwettbewerb auch eine Vorauswahl für die WM getroffen hat (Alle Mehrsport-News).

Mit Beerbaum an der Spitze

"Die fünf Reiter, die im Nationenpreis reiten, haben derzeit die besten Karten auf die WM", sagte Becker.

Das deutsche Quintett wird angeführt vom viermaligen Olympiasieger Ludger Beerbaum. "Wir haben eine starke Equipe und können vorne mitreiten", sagte der 46-jährige Beerbaum.

Zudem gehören Vize-Europameister Carsten-Otto-Nagel, Marco Kutscher, Marcus Ehning und zum ersten Mal Janne-Friederike Meyer zum Team.

"Sie hat sich durch gute Leistungen in Rom und Rotterdam empfohlen", sagte Becker über die 29 Jahre alte Newcomerin aus Schenefeld.

Kein Platz für Michaels-Beerbaum

Kein Platz blieb in der deutschen Equipe für Meredith Michaels-Beerbaum.

Die dreimalige Weltcup-Finalsiegerin gehörte seit 2005 ununterbrochen zur deutschen Championats-Equipe, verpasste in diesem Jahr aber durch die Geburt von Tochter Brianne Victoria im Februar den Anschluss.

Zuletzt zeigte sie wieder alte Klasse und gewann in Estoril eine Etappe der Global Champions Tour.

"Ich habe Rückstand"

"Ich habe Rückstand. Das sehe ich ganz klar", sagte Michaels-Beerbaum und akzeptierte die Entscheidung Beckers.

"Ich muss mich heranarbeiten. Mein großes Ziel in diesem Jahr war die Geburt meines Kindes. Das ist wunderbar gelungen", so "MMB".

So oft es geht, nimmt sie ihre Tochter mit zu Turnieren. Ehemann Markus Beerbaum sowie ein Kindermädchen entlasten die 40-Jährige bei der Betreuung.

WM-Tür weiter geöffnet

Bundestrainer Becker machte allerdings klar, dass der Kampf um die WM-Tickets auch nach Aachen bis zur Nominierung Ende September offen bleibt.

"Die jetzige Mannschaft ist keine geschlossene Gesellschaft. Die Tür bleibt für weitere Kandidaten geöffnet", sagt er

Weiter im Umbruch befindet sich die Dressurequipe, die in Aachen am Donnerstag mit dem Grand Prix in den Wettkampf einsteigt.

Dopingsperre abgelaufen

Die fünfmalige Olympiasiegerin Isabell Werth, die nach ihrer Dopingsperre wieder starten kann, ist die einzige erfahrene Kraft.

Mattthias Alexander Rath kann immerhin eine Championats-Teilnahme bei der EM 2009 vorweisen. Anabel Balkenhol und Christoph Koschel sind zwei blutjunge Newcomer im Team.

"Für uns geht es darum, den zweiten Platz hinter den starken Niederländern zu behaupten", sagte Bundestrainer Holger Schmezer.

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