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Michael Jung gewann 2010 bereits den Titel bei der Deutsche Meisterschaft der Vielseitigkeitsreiter © getty

Der 27-Jährige sichert Deutschland das erste Einzel-Gold bei den Vielseitigkeitsreitern. Ingrid Klimke verpasst eine Medaille.

Lexington - Michael Jung hat bei der Reit-WM in Kentucky die Nerven behalten und dem deutschen Vielseitigkeitsteam das erste Einzel-Gold der WM-Geschichte beschert (Alle Mehrsport-News).

Der Schwabe behauptete mit dem zehn Jahre alten Wallach Sam im Springen mit nur 33,0 Minuspunkten die Führung, nachdem er auch schon nach der Dressur und im Gelände ganz vorn gelegen hatte.

Team-Olympiasiegerin Ingrid Klimke (Münster/50,9) ritt mit Abraxxas auf Rang 13.

Zu Doppel-Gold reichte es für den 27 Jahre alten Senkrechtstarter Jung aus dem schwäbischen Horb allerdings nicht. Die deutsche Mannschaft (200,7) kam auf den fünften Platz und konnte den Titel von der Heim-WM 2006 nicht erfolgreich verteidigen. Weltmeister wurde Großbritannien (139,40) vor Kanada (151,5) und Neuseeland (154,8).

Klimke patzt im Springen

Vor 20.000 Zuschauer bewies Jung im Springen wieder sein ganzes Können und triumphierte vor dem Briten William Fox-Pitt mit Cool Mountain (42,0) und Andrew Nicholson (Neuseeland) mit Nereo (43, 50). Klimke (Münster) leistete sich im Parcours zwei Abwürfe und verpasste eine Medaille.

"Michi ist ein Siegreiter, der auf den Punkt genau seine Leistungen zeigt", sagte Bundestrainer Hans Melzer.

Andreas Dibowski (Döhle) blieb mit dem 13 Jahre alten Wallach Leon im Parcours zwar ohne Fehler, landete am Ende aber nur im Mittelfeld. "Das war eine tolle Schlussrunde. Schade, dass es vorher im Gelände nicht geklappt hatte", sagte Dibowski.

Dirk Schrade (Sprockhövel) war mit seinem Top-Pferd Gadget de la Cere im Gelände ausgeschieden und hatte die deutsche Mannschaft enorm geschwächt.

"Perfekte Vorstellung"

Keine Akzente konnten die beiden deutschen Einzelreiter setzen. Frank Ostholt (Warendorf/60,70 Punkte) hatte im Parcours mit Mr. Medicott zwar keinen Fehler, am Ende musste er sich aber nach durchwachsenen Leistungen in Dressur und Gelände mit einem Platz im Mittelfeld begnügen.

Simone Deitermann (Saerbeck) begann mit Free Easy stark und lag nach der Dressur sogar auf Rang drei. Im Gelände stürzte die 28-Jährige aber am letzten Hindernis und schied aus.

Jung zeigte in allen drei Disziplinen sein außergewöhnliches Talent. Mit seiner besten Dressur ging er nach dem ersten Tag in Führung. Im schwierigen Gelände von Kentucky meisterte Jung alle 28 Hindernisse ohne Abwurf und durfte sich im abschließenden Springen sogar noch zwei Abwürfe erlauben.

"Das war eine perfekte Vorstellung", sagte Bundestrainer Melzer schon nach dem Gelände.

Mannschaft enttäuscht

Eine Enttäuschung blieb das Auftreten der deutschen Mannschaft, die eine Titelverteidigung fest ins Visier genommen hatte.

Allerdings war die Mannschaft bereits im Gelände nach einem Sturz-Festival vom ersten auf den fünften Platz zurückgefallen und besaß vor dem Springen kaum noch Chancen auf Edelmetall.

Immerhin konnte durch Platz fünf die Qualifikation für die Olympischen Sommerspiele 2012 in London sichergestellt werden.

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