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Christian Ahlmann gewann bei Olympia 2004 in Athen Mannschaftsbronze © getty

Die Tierschutzorganisation Peta wirft dem Springreiter eine "rechtswidrige Leistungsförderung" seines Wallachs Cöster vor.

Berlin - Die Tierschutzorganisation Peta Deutschland e.V. hat Strafanzeige gegen Springreiter Christian Ahlmann (Marl) gestellt. Als Grund nannte der Verein einen Verstoß gegen das Tierschutzgesetz.

Ahlmanns 15 Jahre alter Wallach Cöster war bei den Olympischen Spielen von Hongkong im August positiv auf das für den Wettkampf verbotene Mittel Capsaicin getestet worden.

Während der Weltreiter-Verband FEI Ahlmann kein Doping nachweisen konnte und den Doppel-Europameister von 2003 wegen eines positiven Medikationsfalles für vier Monate sperrte, glauben die Tierschützer an eine Behandlung des Pferdes zur "rechtswidrigen Leistungsförderung".

Strafermittlungsverfahren eingeleitet

Ahlmann selbst hatte behauptet, dass er die Rückenmuskulatur seines Wallachs mit einem Capsaicin-haltigen Pflegemittel (Equi-Block) behandelt habe.

"Wir haben bereits die Mitteilung, dass ein Strafermittlungsverfahren eingeleitet worden ist und gehen davon aus, dass die Untersuchungen ein halbes Jahr dauern", sagte Edmund Haferbeck, wissenschaftlicher Berater von Peta: "Es wird Zeit, dass die Springreiter für ihr Handeln zur Verantwortung gezogen werden."

Zudem wies Haferbeck in einer Presseerklärung auf Parallelen zu früheren Fällen: "Die nach Griechenland bereits wiederholte illegale Behandlung der Pferde durch deutsche Springreiter zeigt einmal mehr die Skrupellosigkeit mancher Olympioniken im Springreiten gegenüber Tieren."

"Chemisches Barren"

Bei Olympia 2004 in Athen war der deutschen Mannschaft nach einem positiven Medikationsfall bei Ludger Beerbaums Pferd Goldfever die Goldmedaille aberkannt worden.

Der Einsatz von Capsaicin könne bei bestimmter Anwendung als "chemisches Barren" bezeichnet werden, hieß es weiter in der Erklärung und erinnere an den Barr-Skandal der frühen 1990-er Jahre.

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