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Michael Jung gewann mit Sam die Bronze- medaille bei der Europameisterschaft 2009 © getty

Ohne das Wissen von Weltmeister Michael Jung schnappt sich die Mitbesitzerin den Wallach - und hofft auf eine Million.

Berlin - Wirbel um Goldpferd Sam: Der Wallach, mit dem Vielseitigkeitsreiter Michael Jung Anfang Oktober in Kentucky Weltmeister wurde, ist ohne Wissen des Reiters aus dessen Stall im schwäbischen Horb verschwunden.

Mitbesitzerin Sabine Kreuter hatte den Vierbeiner am Montag abgeholt.

"Das ist ein echtes Drama. Wir prüfen zurzeit, wie wir vorgehen", sagte Vater Joachim Jung. Der Senior wollte zunächst die Polizei einschalten, entschied sich dann aber für ein Gespräch mit seinem Anwalt.

"Das Wichtigste ist, dass Sam nichts zustößt. Er wird nach der WM abtrainiert. Da kann schnell etwas passieren", sagte Jung.

Mitarbeiter hegte keinen Verdacht

Am Montagnachmittag war Kreuter, die 60 Prozent an dem erst zehn Jahre alten Pferd hält, offenbar auf dem Hof in Horb 40 Kilometer südlich von Stuttgart erschienen und hatte Sam aus dem Stall geholt.

"Es ist bekannt, dass wir Montagnachmittag mit den Pferden nicht arbeiten. Im Stall war lediglich unser polnischer Mitarbeiter, der gerade ausmistete. Er hat gedacht, dass die Verladung von Sam in Ordnung sei", berichtete Vater Jung.

Vater Jung hat "Zweifel"

Sohn Michael, der als Ausnahmereiter gilt und in Kentucky souverän zum ersten WM-Titel geritten war, befand sich zu der Zeit im Haus, wurde aber nicht angerufen.

Erst später habe die Mitbesitzerin telefonisch mitgeteilt, dass sie das Pferd abgeholt habe. In der nächsten Woche soll Sam nach Horb zurückkehren.

"Da habe ich so meine Zweifel", sagte Joachim Jung.

Verband bot Hilfe ein

Seit Monaten tobt ein Kampf zwischen Jung und Kreuter um die Zukunft des Pferdes. Während Jung mit Sam seinen Siegeszug fortsetzen will, drängt Kreuter auf einen Verkauf.

Zunächst war von einer Kaufsumme von knapp einer Million Euro die Rede. Jung bemühte sich, einen Pool zu gründen, der Kreuter ihre Anteile abkauft.

Finanzielle Unterstützung signalisierte Reitsport-Mäzenin Madeleine Winter-Schulze (Wedemark), der viele Pferde von Springreiter Ludger Beerbaum (Riesenbeck) und Dressurreiterin Isabell Werth (Rheinberg) gehören. Auch der deutsche Verband FN bot Hilfe an (Alle Mehrsport-News).

"Ich glaube, die Dame pokert"

Zuletzt aber soll Kreuter davon gesprochen haben, dass es ein Kaufangebot über zwei Millionen Euro für Sam gebe. "Das kann ich mir gar nicht vorstellen", sagte Vater Jung.

Auch die Deutsche Reiterliche Vereinigung hat kein Verständnis mehr für das Verhalten der Mitbesitzerin.

"So eine Summe ist nicht realistisch. Ich glaube, die Dame pokert", sagte Reiter-Präsident Breido Graf zu Rantzau.

"Es ist schade, dass das Verhältnis zur Familie Jung mittlerweile so getrübt ist", sagte die Mutter von Sabine Kreuter am Mittwoch und bestätigte, dass das Pferd bei ihrer Tochter steht: "Aber man muss verstehen, dass sich Sabine etwas aufbauen will."

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