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FN-Ausbildungsleiter Hess wirft Christine W. Tierquälerei vor © imago

In Kiel beginnt das Strafverfahren gegen Christina W.. Die Vorwürfe gegen die ehemalige Weltklasse-Reiterin sind erheblich.

Kiel - Unter erhöhten Sicherheitsvorkehrungen beginnt am Dienstag vor dem Kieler Landgericht der Strafprozess gegen die ehemalige Weltklasse-Dressurreiterin Christine W..

Tierschutzgruppen haben ihr Kommen angekündigt, im Internet gab es Beschimpfungen. "Wir sind vorbereitet", sagte ein Gerichtssprecher.

Der 60-Jährigen werden Verstöße in 15 Fällen gegen das Tierschutzgesetz und in einem Fall gegen ein Tierumgangsverbot vorgeworfen.

Für den Prozess wurden sieben Verhandlungstage bis zum 10. Dezember anberaumt.

Videoaufnahmen sorgen für Empörung

Die Vorwürfe beziehen sich auf den Zeitraum von September 2006 bis Juni 2007.

Im August 2007 wurde Christine W., die beim Weltcup-Finale 1992 Platz neun belegt hatte, wegen Verstößen gegen das Tierschutzgesetz auf dem Gut Nehmten bei Plön vom dortigen Amtsgericht zu einer Geldstrafe in Höhe von 6300 Euro verurteilt. Gegen das Urteil war sie in Berufung gegangen.

Zuletzt hatten Videoaufnahmen vom vergangenen September in der Reitszene für Empörung gesorgt. (Alle Sport News)

450 Peitschenschläge

Darauf war zu sehen, wie Christine W. ein Pferd binnen einer halben Stunde mehr als 450-mal mit der Peitsche schlägt.

"Die ist nicht ganz bei Trost, sie muss krank sein. Ich kann nicht verstehen, wie man etwas so Sinnloses tun kann. Das hat mit Ausbildung nichts zu tun", sagte FN-Generalsekretär Hanfried Haring.

Der Fall hat in der Reitszene in der aktuellen Debatte um die Manipulation von Springpferden hohe Wellen geschlagen. Die FN hatte am 13. Oktober in Kiel einen Antrag auf Strafverfolgung gestellt.

"Lege Hand ins Feuer"

"Ich habe den Überblick über die deutsche Dressur-Spitze und lege meine Hand dafür ins Feuer, dass unsere Pferde korrekt und gemäß des Tierschutzgesetzes ausgebildet werden", erklärte Bundestrainer Holger Schmezer.

FN-Ausbildungsleiter Christoph Hess sagte nach Sichtung der Videobilder: "Das ist reine Tierquälerei. Mit der gezeigten Methode versucht sie, das Pferd nur zu unterjochen."

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