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Michael Jung holte 2010 Vielseitigkeits-Gold bei den Weltreiterspielen © imago

Bei der Vielseitigkeits-EM holt Jung Gold und führt die Deutschland zum ersten Titel seit Jahrzehnten. Eine Debütantin glänzt.

Luhmühlen - "Goldreiter" Michael Jung bleibt in der Vielseitigkeit das Maß der Dinge.

Der 29 Jahre alte Schwabe jagte bei der EM in Luhmühlen mit dem elf Jahre alten Wallach "Sam" zu Einzelgold und führte die deutsche Equipe knapp ein Jahr nach seinem WM-Triumph von Kentucky zum ersten Titelgewinn seit 38 Jahren.

"Ich bin einfach nur glücklich. Mein Pferd war super", sagte der 29 Jahre alte "Dominator" nach seinem historischen Doppel-Triumph, der ihn auch zum Top-Favoriten für Olympia 2012 macht.

Ein Akrobat im Sattel, dessen Erfolgshunger nie gestillt wird - so präsentierte sich Jung auch in den Tagen der Heim-EM von Luhmühlen.

Im Gelände fehlerfrei

Schon zum Auftakt in der Dressur ließ der Champion mit Platz zwei aufhorchen. Im Gelände blieb er fehlerfrei, konnte aber den Vorsprung von Ingrid Klimke mit "Abraxxas" nicht aufholen.

Im abschließenden Springen ließ der "Teufelsreiter" mit einem Nullfehlerritt nichts anbrennen und brachte den Sieg sicher nach Hause. (BERICHT: Ratlosigkeit nach Totilas-Desaster)

Hinter Jung folgten bei den "deutschen Meisterschaften" drei deutsche Reiter auf den weiteren Plätzen. Debütantin Sandra Auffarth (37,0) wurde mit "Opgun Louvo" Zweite, Frank Ostholt (40,0) mit "Little Paint" und Dirk Schrade (42,70) mit "King Artus" folgten auf den Plätzen drei und vier und machten die deutsche Dominanz perfekt.

Kimke erneut im Pech

Jung profitierte vom Pech seiner Teamkollegin Ingrid Klimke. Die 43-Jährige Team-Olympiasiegerin aus Münster ließ mit dem Wallach "Abraxxas" - wieder einmal - im Parcours die Stangen gleich mehrmals purzeln und musste sich am Ende mit Rang elf begnügen.

Jung hingegen hatte seine Nerven im Griff und durfte seiner Erfolgsserie weitere Titel hinzufügen. In der langen EM-Geschichte seit 1953 war es das erste Doppel-Gold für Deutschland.

"Das war ein super Heimspiel. Ich hätte nie gedacht, dass wir das so gut hinkriegen", sagte Bundestrainer Hans Melzer.

Auffarth mit starkem Debüt

Der Chefcoach, der im benachbarten Putensen zu Hause ist, erlebte ein perfekte Vorstellung seines Teams und wusste gar nicht wohin mit seiner Freude.

Unter Melzer gewannen die deutschen Buschreiter in den letzten Jahren bei allen Championaten (Olympia, Welt- und Europameisterschaften) sämtliche Titel.

Einen starken Wettkampf zeigte Debütantin Sandra Auffarth. Die 24-Jährige Pferdewirtin beeindruckte mit dem neun Jahre alten Fuchswallach "Opgun Louvo" bei ihrem ersten Championat und kam am Ende auf den zweiten Platz.

Dibowski und "Fantasia" stürzen

Routinier Andreas Dibowski aus dem benachbarten Döhle stürzte mit der Stute "Fantasia" im Gelände und lieferte das frühe Streichergebnis in der deutschen Mannschaft.

Deshalb blieb es spannend bis zum Schluss, denn ein weiterer Ausfall hätte das Aus der deutschen Mannschaft bedeutet. Bester Einzelreiter der Gastgeber war der ehemalige Team-Weltmeister Frank Ostholt.

Der 35 Jahre alte Warendorfer bestach durch kontinuierliche Leistungen und ritt mit dem 13 Jahre alten Wallach "Litte Paint" auf den dritten Platz.

"In Spitze und Breite gut aufgestellt"

Einen Platz in den Top-Ten sicherte sich auch Dirk Schrade mit dem 15 Jahre alten Wallach "King Artus". Auch der 23 Jahre alte Youngster Benjamin Winter aus Dortmund ließ mit Wild Thing auf Rang 13 aufhorchen.

Insgesamt schickte der Gastgeber zwölf Paare ins Rennen. "Wir sind nicht nur in der Spitze, sondern auch in der Breite gut aufgestellt", sagte Melzer.

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