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Der 15-jährige Hickstead 2011 beim CHIO in Aachen © imago

Das Ausnahmepferd Hickstead bricht beim Weltcupspringen in Verona unter seinem Reiter zusammen. Die Reitwelt ist geschockt.

Verona - Die Welt der Springreiter steht unter Schock: Beim Weltcupspringen in Verona brach das Weltklassepferd Hickstead nach Beendigung des Parcours tot unter dem kanadischen Olympiasieger Eric Lamaze zusammen.

"Hickstead war wirklich einzigartig. Mein Herz ist bei Eric und allen, die mit diesem wundervollen Pferd zu tun hatten. Das ist ein großer Verlust", sagte Präsidentin Prinzessin Haya vom Weltverband (FEI) in einer ersten Stellungnahme.

Turnier abgebrochen

Tausende Zuschauer und die versammelte Weltelite der Springreiter erlebten das Drama in der Halle. Das Springen wurde daraufhin abgebrochen, dem toten Vierbeiner mit einer Schweigeminute gedacht.

Auch Ex-Europameister Marco Kutscher, der unmittelbar vor Lamaze gestartet war, war fassungslos: "Wir sind geschockt. Dieses Pferd war in den letzten Jahre das Maß aller Dinge", sagte Kutscher.

Lamaze hatte auf Hickstead neben Olympia-Gold 2008 in Peking 2010 auch die Bronzemedaille bei den Weltreiterspielen in Kentucky gewonnen und beim CHIO in Aachen triumphiert.

Todesursache noch ungeklärt

Kutscher hatte mit der Startnummer 20 auf Cornet Obolensky seinen Ritt gerade absolviert, als Lamaze kurz hinter ihm als 22. in den Parcours ritt.

Alles war zunächst wie immer. Der Kanadier und sein Top-Pferd absolvierten die Runde mit einem Abwurf.

Als das Paar aus der Halle reiten wollte, passierte das Unglück. Obwohl sofort Tierärzte in der Halle zur Stelle waren, verstarb der 15-jährige Hengst unmittelbar.

Die Todesursache blieb zunächst unklar. Vermutet wird ein Aorta-Riss.

"Ich war schon auf dem Abreiteplatz und habe erst von dem schrecklichen Vorfall erfahren, als ein Rettungswagen einfuhr", berichtete Kutscher.

Kutscher spricht Mitgefühl aus

Die Reiter einigten sich kurzentschlossen darauf, das Weltcup-Springen aus Mitgefühl und Respekt gegenüber dem Pferd abzubrechen. Verona war die vierte Station im Hallen-Weltcup.

Kutscher: "Ich habe Eric noch eine SMS geschickt und hoffe, dass es ihm bald besser geht", sagte Kutscher.

In den folgenden Tagen soll durch eine Autopsie die Todesursache des Pferdes geklärt werden.

Neben Team-Europameister Kutscher waren aus Deutschland noch Christian Ahlmann, Meredith Michaels-Beerbaum und der ehemalige deutsche Meister Philipp Weishaupt in der norditalienischen Stadt am Start.

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