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Michael Jung wiederholte in Malmö seinen Doppel-Triumph von der EM 2011 in Luhmühlen © getty

Der Jahrhundertreiter holt auch bei der Vielseitigkeits-EM beide Titel - und das ohne Sam. Auch Klimke feiert zwei Medaillen.

Malmö - Michael Jung freute sich am Strand von Malmö diebisch und klopfte seinem Halunken immer wieder den Hals: Mit nur einem Abwurf im Parcours holte der Schwabe bei der Vielseitigkeits-EM vor Ingrid Klimke (Münster) mit Escada Einzelgold und führte auch die deutsche Equipe wieder zum Titel.

Seit 2010 beherrscht Jung die Championate, wurde Weltmeister, Doppel-Europameister, Doppel-Olympiasieger und holte nun als erster Buschreiter wieder zweimal EM-Gold - eine einzigartige Serie im Sport.

"Michi ist ein Jahrhundertreiter", meinte Bundestrainer Hans Melzer, dessen Team (116,2 Punkte) den Titel vor Schweden (134,0) und Frankreich (151,6) erfolgreich verteidigte.

Die Konkurrenz resigniert

Die Konkurrenz scheint angesichts der Jung-Dominanz allmählich zu resignieren. Immer wieder machte am Fuße der Öresund-Brücke der Satz des Briten William Fox-Pitt die Runde. "Derzeit gibt es in der Vielseitigkeit Michael Jung, dann kommt lange Zeit nichts und dann kommt der Rest."

Fox-Pitt (40,6) durfte sich nach einem Abwurf beim Springen auf Chilli Morning immerhin mit Bronze trösten.

Jung selbst strahlte vor Glück: "Die Dressur war schon genial. Auch im Gelände war mein Pferd stark. Im Springen war es nicht ganz so optimal, da müssen wir uns bis zum nächsten Jahr noch verbessern."

Alle Deutschen unter den ersten Sechs

Nachdem Top-Reiter Jung am berühmten Ribersborg-Strand bereits nach Dressur und Geländeritt klar in Führung gelegen hatte, hätte er sich im abschließenden Springen drei Springfehler erlauben dürfen.

Dennoch ging der Seriensieger äußerst konzentriert in den Parcours, hatte nur einen Abwurf und brachte den Sieg (32,6) ungefährdet nach Hause.

Auch Ingrid Klimke (39,4) zeigte einen bärenstarken Wettkampf. Die zweimalige Mannschafts-Olympiasiegerin aus Münster blieb sowohl im Gelände als auch im Parcours fehlerfrei und kletterte am Schlusstag vom vierten auf den zweiten Platz.

"Wunderbar. Ingrid hat es super gemacht. Sie hat ein tolles Pferd, von dem wir noch einiges erwarten können", sagte Melzer, der wegen der sofortigen Rückreise auf die Party mit seinen Goldreitern verzichten musste: "Jetzt zischen wir noch schnell einen und dann gehts zurück."

Sam bleibt im Stall

Die weiteren deutschen Reiter überzeugten ebenfalls. Peter Thomsen (Lindewitt/42,60) mit der Stute Cayenne und Dirk Schrade (Sprockhövel/44.20) mit Hop and Skip untermauerten mit den Rängen fünf und sechs die deutsche Dominanz in der Vielseitigkeit.

Jung bewies in Malmö, dass es seine reiterlichen Qualitäten sind, die ihn von Titel zu Titel tragen. Dieses Mal musste der 31-Jährige auf sein an der Hinterhand verletztes Goldpferd Sam verzichten, das nach einer Verletzung zu Hause im Nord-Schwarzwald blieb.

Erstmals sattelte er bei einem Championat den erst neun Jahre alten Rappen Halunke und hielt die Welt-Elite auch mit dem Heraldik-Nachkommen auf Distanz.

Sekt noch vor dem Finale

Man darf nun gespannt sein, mit welchem Pferd der Dauer-Champion bei den Weltreiterspielen 2014 in der Normandie antreten wird.

Nachdem sich der deutsche Doppelerfolg an der "Copacabana Schwedens" bereits nach dem Geländeritt am Samstag abgezeichnet hatte, ließen es sich die "Goldenen Buschreiter" gutgehen.

Im Zelt unweit des Wettkampfanlage stieß man schon am Vorabend der Entscheidung mit Sekt an. "Unsere Auftritte im Gelände waren so hervorragend, dass wir einfach schon etwas gefeiert haben", sagte Jung.

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