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Ist das Siegen gewohnt: Dressur-Reiterin Isabell Werth (hier bei Olympia 2008) © getty

Die Olympiasiegerin ärgert sich beim Weltcup-Finale über angeblich unfaire Noten. Den hauchdünnen Sieg holt ein Deutsch-Amerikaner.

Las Vegas - Kaum erschien im Thomas Mack Center von Las Vegas auf der Anzeigetafel das Endergebnis, da schimpfte Isabell Werth los wie ein Rohrspatz.

Die fünfmalige Dressur-Olympiasiegerin unterlag vor 8000 Zuschauern mit dem hauchdünnen Rückstand von 0,45 Punkten dem gebürtigen Deutschen Steffen Peters aus den USA und verpasste beim Weltcup-Finale ihren dritten Erfolg nach 1992 und 2007.

"Das ist nicht nachvollziehbar. Die Noten des niederländischen Punktrichters Wim Ernes sind mehr als ärgerlich", sagte Werth.

Die 39-Jährige hatte fest mit dem Sieg gerechnet.Am Ende kam sie mit "Satchmo" auf 84,500 Punkte.

Sieg sehr umstritten

"Die Beurteilung von Herrn Ernes wundert mich nicht, schließlich hat er die deutsche Mannschaft schon bei der EM 2007 in Turin um die Goldmedaille gebracht", wetterte Werth.

Während die Punktrichter aus Deutschland, Schweden und Mexiko Werth vorne sahen, die US-Richterin Linda Zang einen Vorteil für Peters wertete, gab Ernes dem Sieger in der A-Note vier Punkte und in der B-Note fünf Punkte mehr.

"Da kamen sogar niederländische Journalisten zu mir und sagten, das sei Käse", meinte Werth.

Theodorescu auf Platz sechs

Hinter Werth belegte Anky van Grunsven aus den Niederlanden mit 82,150 Punkte mit Zweitpferd "Painted Black" Platz drei.

Monica Theodorescu kam mit 76,850 Punkten als zweite Deutsche mit "Whisper" auf Rang sechs. "Nach dem schlechten Grand Prix bin ich mit dem Ergebnis zufrieden", sagte Theodorescu.

Punktrichter könnte Deutschland bei EM schaden

Durch die knappe Niederlage verlor Werth auch viel Geld.

Als Zweitplatzierte kassierte sie 47.000 Euro, Peters bekam 33.000 Euro mehr.

"Darum geht es nicht", sagte Werth, die einen Protest aber ausschloss. "Das bringt jetzt nichts. Ich denke nur, dass dieser Punktrichter für Deutschland bei der Europameisterschaft im August ein Problem werden könnte", sagte die Doppel-Weltmeisterin und gönnte sich um Mitternacht ein Frustbier.

Peters freut sich

Ungeachtet des Ärgers im deutschen Lager genoss der 45 Jahre alte Peters seinen Erfolg.

"Es ist unglaublich, ein tolles Gefühl", sagte der Lokalmatador, der im Sattel des elf Jahre alten "Ravel" seinen größten Einzelerfolg feierte.

Der 45-Jährige wurde in Deutschland geboren, lernte das Reiten in Voerde, ehe er 1985 nach San Diego auswanderte und 1992 die US-Staatsbürgerschaft annahm.

Van Grunsven freut sich

Anky van Grunsven gewann dem Ausgang etwas Positives ab: "Der Sieg von Peters ist gut für den Sport. So gewinnen nicht immer die gleichen Reiter", sagte die Drittplatzierte.

Die dreimalige Olympiasiegerin durfte ihr Top-Pferd "Salinero" nicht satteln, weil sie im Vorfeld mit dem Wallach nur eine Qualifikation bestritten hatte.

Nieberg abgeschlagen

Lars Nieberg wird mit "Lucie" im Finale der Springreiter definitiv nicht starten.

Der 45-Jährige lag vor der letzten Prüfung in der Nacht zu Montag auf Rang 25 aussichtslos auf eine vordere Platzierung im Rennen und verzichtete.

Damit gehören neben der führenden Meredith Michaels-Beerbaum, die die inoffiziellen Hallen-WM bereits zweimal gewann, Ludger Beerbaum mit "Coupe de Coeur", Marco Kutscher mit "Cornet Obolensky" und Marcus Ehning mit "Leconte" zur deutschen Mannschaft. Beerbaum, Kutscher und Ehning haben nur noch Außenseiterchancen auf eine Top-Platzierung.

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