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Ließ sich fehlerfrei nicht vom ersten Platz verdrängen: Meredith Michaels-Beerbaum © getty

In Las Vegas wiederholt die deutsche Springreiterin ihren Triumph im Weltcup-Finale. Ihr Schwager wird zweitbester Deutscher.

Las Vegas - Als Meredith Michaels-Beerbaum im Western-Style mit Cowboyhut und Pferdedecke zur Siegerehrung einritt, kannte der Jubel der rund 8000 Zuschauer im Thomas Mack Center in Las Vegas scheinbar keine Grenzen.

Mit der modischen Anspielung auf ihre alte Heimat traf die gebürtige Kalifornierin nach ihrem furiosen Triumph beim Weltcup-Finale der Springreiter genau den Nerv des Publikums und konnte sich ein paar Tränen nicht verkneifen.

"Ein Traum wurde wahr. Dieser Sieg hier in den USA bedeutet mir besonders viel. Mein Vater ist vor vier Wochen gestorben. Auch ihm gilt der Erfolg", sagte die 39-Jährige, die seit 1998 für Deutschland reitet.

Dritter Titel

Die Europameisterin gewann mit ihrem genialen Shutterfly beim Weltcup-Finale alle drei Prüfungen ohne Fehler und festigte mit dem dritten Triumph nach 2005 und 2008 ihren Ruf als beste Springreiterin der Welt.

Zweiter wurde McLain Ward (USA) mit Sapphire vor dem Niederländer Albert Zoer mit Oki Doki.

"Wie ein altes Ehepaar"

In der Stunde des Sieges galt der Dank Shutterfly.

"Wir sind wie ein altes Ehepaar. Ich verstehe genau, was er will. Er ist schon 16 Jahre alt, reitet aber wie ein Neunjähriger", sagte "MMB".

Doch auch der Wallach, mit dem Michaels-Beerbaum sämtliche Weltcup-Finals gewann, kommt in die Jahre. "Ich reite ihn noch, solange er will. Wenn er das Springen satt hat, bekommt er bei mir den wohlverdienten Ruhestand."

Lob vom Schwager

"Das war sensationell. Sie hatte enormen Druck, weil sie sich keinen Abwurf erlauben durfte und blieb am Ende wieder ohne Fehler", sagte Ludger Beerbaum über seine nervenstarke Schwägerin.

Der viermalige Olympiasieger aus Riesenbeck zeigte mit Coupe de Coeur ebenfalls eine starke Vorstellung und verbesserte sich in der Endabrechnung auf Rang sechs.

"Gute Bilanz" der Deutschen

Marcus Ehning ritt mit Leconte auf Rang zehn, Marco Kutscher fiel mit Cornet Obolensky auf Rang 27 etwas zurück.

"Wir können zufrieden sein. Drei Reiter unter den ersten Zehn, das ist eine sehr gute Bilanz", meinte Bundestrainer Otto Becker, dessen Premiere bei einem Weltturnier glückte.

Ziel übertroffen

Vor Las Vegas hatte der 50-Jährige nur auf einen Podestplatz gehofft, zumal Beerbaum mit Coupe de Coeur und Ehning mit Leconte erst einige Monate intensiv zusammenarbeiten.

Lars Nieberg war mit Lucie wegen zu großen Rückstandes im Finale nicht angetreten, Max Kühner musste seine Teilnahme absagen, weil sich sein Pferd Acantus beim Transport verletzt hatte.

Am Ende ein kleiner Fauxpas

Die umjubelte Michaels-Beerbaum erlaubte sich am Ende noch ein kleines Missgeschick.

Beim Ausreiten glitt ihr der Siegerpokal aus den Händen, die Trophähe erlitt einige Beueln. Doch auch der Vorfall tat der Stimmung keinen Abbruch.

"Wir gehen jetzt feiern", sagte die Ausnahmereiterin, die rund 106.000 Euro Preisgeld verdiente und nun für die Europameisterschaften im August Top-Favoritin ist.

Heimvorteil in Leipzig

In der Geschichte des seit 1979 ausgetragenen Weltcup-Finals ist Michaels-Beerbaum erst die vierte Reiterin, die mit Siegen in allen Einzelprüfungen triumphierte.

Doch damit noch nicht genug. Spätestens in zwei Jahren werden Michaels-Beerbaum und die anderen deutschen Starter beim Weltcup-Finale wieder nach den Sternen greifen.

Dann findet das Hallen-Sektakel in Leipzig statt.

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