Im Reitsport lebt die Doping-Debatte wieder auf. Der Weltverband FEI bringt mit einem Kongress in Lausanne über neue Anti-Doping-Regeln selbst neuen Schwung in die Diskussion und stellt auch die vom deutschen Verband für den Wettkampf befürwortete Null-Lösung in Frage.

"Es wird Zeit, dass wir ein international abgesprochenes Regelwerk erhalten, das für alle verständlich ist", sagte Ludger Beerbaum. Der viermalige Olympiasieger spricht als Vize-Präsident des IJRC für die weltweit besten 100 Springreiter und fordert die Legalisierung bestimmter Mengen von Schmerz- und Entzündungshemmer (NSAID).

"Ansonsten ist kein Lesitungssport möglich", so Beerbaum. NSAID - das ist das Zauberwort, das die Reitwelt spaltet. Während die FEI einige dieser Medikamente zulassen will, wehrt sich der deutsche Verband mit Händen und Füßen.

"Das geht nicht konform mit unserem Tierschutzgesetz", sagte Reiter-Präsident Graf Breido von Rantzau, der selbst mit FN-Geschäftsführer Soenke Lauterbach vor Ort sein wird.

Auf dem letzten Weltkongress in Kopenhagen Ende 2009 konnte der deutsche Verband nur mit größter Mühe die Umsetzung der sogenannten "progressive list" mit NSAID-Substanzen verhindern. Um in Zukunft ein stärkeres Gegengewicht zur FEI zu bilden, hatte die FN mit Nachbarländern daraufhin einen europäischen Verband gegründet.

"Wir werden uns anhören, welche neuen Gründe für die Zulassung von Medikationen sprechen", sagte Lauterbach. In Lausanne soll nur die Vorlage für das neue Regelwerk erarbeitet werden, das Ende des Jahres in Taipeh auf der Generalversammlung der FEI verabschiedet wird.

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