Bundestrainer Hans Melzer hat den Verzicht von Doppel-Olympiasieger Hinrich Romeike auf eine Teilnahme an den Olympischen Spielen in London im Vielseitigkeitsreiten begrüßt.

"Ich bin froh über diese Entscheidung. 'Hini' hat mit Marius drei Jahre keinen echten Wettbewerb bestritten. Es wäre schwer für ihn geworden, in die Mannschaft zu kommen", sagte Melzer.

Romeike hatte bei den olympischen Reiterspielen von Hongkong 2008 mit seinem Pferd Marius in Mannschaft und Einzel überraschend Gold gewonnen.

Im Anschluss musste das Pferd wegen einer Reizung des Fesselträgers sowie einer Vorderbein-Verletzung lange pausieren. Schließlich stellte Romeike am Freitag über seinen 18 Jahre alten Partner fest: "Die Karriere von Marius ist beendet."

Nach seiner langen Pause hätte Romeike in der nächsten Zeit mehrere schwierige Prüfungen mit Marius für die Qualifikation bestreiten müssen.

Zudem hat sich die nationale Konkurrenz in seiner Abwesenheit enorm verbessert. Bei der EM im letzten Jahr belegten die deutschen Buschreiter angeführt von Ausnahmekönner Michael Jung (Horb) die ersten vier Plätze.

"Er wird den Kontakt zur Mannschaft halten. Vielleicht ist er in London als TV-Experte dabei", sagte Melzer über Romeike, der in Hongkong einen einmaligen Wettkampf hinlegte.

Hoch motiviert, weil ihm vier Jahre zuvor wegen eines technischen Fehlers von Teamkollegin Bettina Hoy Gold am Grünen Tisch aberkannt worden war, brillierte das Paar in Dressur, Gelände und Parcours und verblüffte die Reiterweelt mit dem ersten deutschen Doppel-Triumph seit 1936.

Anders als viele seiner Kollegen ist Romeike ein waschechter Amateur, der den Sport neben seinem Job als Zahnarzt ausübt.

Während die Berufsreiter auf mehrere Pferde zurückgreifen können, besaß der "Flying dentist" nur Marius.

Das macht nun auch die Rückkehr in den Top-Kader so schwer, obwohl Melzer sagt: "Wenn er wieder ein tolles Pferd unter den Hintern kriegt, kommt er bestimmt zurück."

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