Der viermalige Springreit-Olympiasieger Ludger Beerbaum hat heftige öffentliche Kritik am 10-Millionen-Hengst Totilas und dessen an Pfeifferschem Drüsenfieber erkrankten Reiter Matthias Rath geübt.

"Totilas ist kein Wunderpferd. Er ist ein ganz normales Pferd", sagte Beerbaum im Gespräch mit dem "Tagesspiegel".

Auch Rath bekam sein Fett weg. "Das Wunder war in Holland. Unter Edward Gal war das eine perfekte Symbiose aus Pferd und Reiter. Jetzt ist nur ein Teil des vermeintlichen Wunders in Deutschland", sagte der 48-Jährige, der am Dienstag wegen akuter Formschwäche seiner Pferde seinen Verzicht auf Olympia erklärt hatte.

Am Freitag entscheidet sich, ob Rath und Totilas bei den Olympischen Spielen in London (27. Juli bis 12. August) starten dürfen. In den letzten Wochen hatten die beiden nicht zusammen trainieren können, das Leistungsvermögen wird daher vor der Olympia-Nominierung am Sonntag überprüft. Wieder einmal steht das Duo dann im Fokus, für Beerbaum unverständlich: "Ehrlich gesagt ist das komplette Effekthascherei. Da sollte erst einmal sportliche Leistung kommen, danach kann man über Favoritenrollen sprechen."

Einen durch den Hype gesteigertes Interesse am Reitsport sieht Beerbaum außerdem auch nicht. "Woran soll man dieses Interesse messen? Daran, dass Totilas jetzt ständig in Boulevardzeitungen ist? Die Leute interessiert doch nur: Scheitert Totilas oder scheitert er nicht?", sagte Beerbaum.

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