Dressurhengst Totilas und seinem Reiter Matthias Rath fehlt es vor allem an Konstanz. Diese Meinung vertritt Sjef Janssen, der künftige Trainer der beiden, im Gespräch mit der Tageszeitung "Die Welt".

"Matthias kennt das Pferd noch nicht gut genug, um immer zu glänzen", sagte der 62-Jährige, der bei Olympia in London letztmals als Coach der niederländischen Dressur-Equipe auftritt: "Ich weiß nicht, ob er besser werden kann als Edward (Gal, Totilas' vorheriger Reiter, d. Red.), aber verbessern kann er sich auf jeden Fall."

Unter seinem Ausbilder Gal hatte Totilas bei den Weltreiterspielen 2010 in Kentucky dreimal Gold geholt, ehe er für die geschätzte Summe von zehn Millionen Euro in den Besitz von Paul Schockemöhle und Raths Stiefmutter Ann Kathrin Linsenhoff wechselte.

Janssen hält nach wie vor große Stücke auf den Hengst: "Ich will mich nicht festlegen, ob er das allerbeste Pferd ist. Aber im Moment gehört er zu den drei bis vier besten Pferden der Welt."

Auch zur umstrittenen Rollkur, bei der dem Pferd im Training der Hals zwanghaft gebogen wird, um das Tier gefügig zu machen, äußert sich Janssen in dem Gespräch mit der Welt. "Die Rollkur wenden wir nicht an", versicherte der Ehemann der dreimaligen Dressur-Olympiasiegerin Anky van Grunsven: "Was wir machen, ist die Low-deep-round-Methode."

Diese sei vom Weltverband FEI genehmigt worden: "Also müssen wir uns für nichts rechtfertigen." Auch Deutschland habe mit dieser Methode "ganz viele Goldmedaillen" gewonnen.

In London werden Rath und Totilas wegen einer Erkrankung des Reiters nicht dabei sein, über die genau Art der künftigen Zusammenarbeit hat es zwischen Janssen und Rath noch keine Gespräche gegeben. "Wenn er will, wird er mit Totilas oft bei mir in Erp sein", sagte der Niederländer.

Er selbst werde auf keinen Fall in die Nähe von Raths Wohnort Kronberg/Taunus ziehen: "Definitiv nicht. Mir geht es gesundheitlich nicht so gut, ich kann derzeit nur drei bis fünf Stunden pro Tag arbeiten."

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