Nach dem Verzicht auf eine Anklage gegen ihn und die Besitzergemeinschaft des Wunderpferdes Totilas wegen Tierquälerei hat Dressurreiter Matthias Rath den nationalen Verband FN kritisiert.

Der 28-Jährige sagte in einem Interview mit der Tageszeitung "Die Welt": "Die FN weiß, was wir auf dem Schafhof in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten für den Reitsport geleistet haben. Sie weiß ganz genau, wie die Pferde bei uns gehalten und gepflegt werden. Wenn sich dann von Verbandsseite niemand öffentlich äußert, dann muss ich sagen: Das ist nicht nur verwunderlich, sondern vor allem enttäuschend und traurig."

Die Staatsanwaltschaft hatte Ermittlungen gegen Reiter und Besitzergemeinschaft eingeleitet, nachdem die Tierschutzorganisation Peta Strafanzeige gestellt hatte. Angeblich soll der Hengst mit der umstrittenen Rollkur trainiert worden sein.

Auf ein Strafverfahren wurde mangels Hinweisen verzichtet. Wann der Millionenhengst wieder in den Sport zurückkehrt, ist offen.

"Der Heilungsprozess von Totilas' Verletzung dauert etwas langsamer als erwartet. Wir müssen jetzt schauen, wie gut das intensive Training läuft. Totilas muss wieder Muskeln aufbauen, und wir müssen uns wieder aufeinander abstimmen", sagte Rath.

Totilas hatte im Januar bei einem Deckeinsatz eine Sehnenverletzung erlitten.

Auch im aktuellen Medikationsfall der fünfmaligen Olympiasiegerin Isabell Werth kritisiert Matthias Rath das Schweigen der FN: "Sie steht derzeit ebenfalls in der Kritik, aber niemand vom Verein stellt sich vor sie. Wie viele Medaillen hat sie für Deutschland gewonnen? Wir reiten nicht nur für uns, sondern auch für unser Land und unseren Verband. Wenn man bei Erfolgen jubelnd daneben steht, sich in schwierigen Situationen aber nicht klar positioniert, dann ist das nicht zu verstehen. Ich würde mir wünschen, dass der Verband klar Meinung bezieht. Was gesagt wird, muss der Verband selbst entscheiden. Wichtig ist, dass er sich überhaupt äußert."

Bei Werths Spitzenpferd El Santo war im vergangenen Jahr am Rande der Rheinischen Meisterschaften die verbotene Substanz Cimetidin festgestellt worden. Dabei handelt es sich um ein Medikament gegen Magenschmerzen. Die Ausnahme-Reiterin bestritt vehement, dem Tier das Medikament verabreicht zu haben. Stattdessen soll es durch eine defekte Trinkanlage in den Körper gelangt sein.

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