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Benjamnin Winter kam am Wochenende beim Turnier in Luhmühlen ums Leben. © imago

Der frühere Luhmühlener Turnierarzt Bernd Kabelka hat nach dem tragischen Tod von Reiter Benjamin Winter scharfe Kritik an der Vielseitigkeit geübt.

Der Sport-Mediziner forderte weitreichende Veränderungen für die olympische Reitsportdisziplin.

"Die Hindernisse müssen entschärft werden. Hinzu kommt: Die Strecken sind extrem lang. Nach fünf, sechs Kilometern wird das Pferd müde. Der Reiter ist zu dem Zeitpunkt vielleicht unkonzentrierter. Stürze sind vorprogrammiert", sagte Kabelka der "Sport-Bild."

Das Problem bei den Hindernissen sei, dass sie oftmals bei Berührung nicht nachgeben.

"Es ist, als würde das Pferd gegen eine Wand anlaufen. Wenn es beim Sprung hängen bleibt, überschlägt es sich und stürzt im schlimmsten Fall mit einer halben Tonne Gewicht auf den Reiter", sagte Kabelka.

Doppel-Olympiasieger Michael Jung (Horb) wollte sich den Forderungen Kabelkas nicht anschließen.

"Es wird genug in diesem Sport geprüft, aber ein Restrisiko besteht immer. Das ist wie beim Autofahren oder im Flugzeug", sagte der Welt- und Europameister.

Der viermalige Springreit-Olympiasieger Ludger Beerbaum (Riesenbeck) sieht indes durchaus Handlungsbedarf.

"Ich will nicht die ganze Sportart verteufeln. Aber man muss genau hinschauen und versuchen, das Sturzrisiko zu minimieren", sagte der 50-Jährige. Beerbaum verwies darauf, dass in den letzten Jahren die Strecken entschärft und verkürzt worden sind: "Daran sollte man anknüpfen."

Bei der Vier-Sterne-Prüfung am Wochenende in Luhmühlen war Vielseitigkeitsreiter Benjamin Winter nach einem Sturz im Gelände ums Leben gekommen.

Auch der 15 Jahre alte Wallach Liberal des Briten Tom Crisp brach beim Turnier in der Lüneburger Heide tot zusammen.

Winter nach Sturz verstorben

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