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Nach dem Sieg zählt der Deutschland-Achter bei der WM wieder zu den Favoriten © getty

Das neuformierte deutsche Flaggschiff gewinnt das Weltcup-Finale in Luzern. Insgesamt feiert das deutsche Team vier Siege.

Luzern - Der Deutschland-Achter hat sich mit einer Galavorstellung in der Weltspitze zurückgemeldet.

Das neuformierte Paradeboot des Deutschen Ruderverbandes (DRV) siegte nach einer bemerkenswerten Leistung beim Weltcup-Finale in Luzern in 5:33,56 Minuten überraschend deutlich vor Olympiasieger Kanada (5:36,09) und feierte damit eine gelungene Generalprobe für die Weltmeisterschaften in sechs Wochen in Posen.

Beim Saisonhöhepunkt geht das im Gegensatz zum Schiffbruch von Peking auf fünf Rollsitzen veränderte (Achter verändert sich gleich fünfmal) deutsche Flaggschiff nun als Mitfavorit an den Start.

Vier Siege

"Wir fahren um den WM-Titel mit und wollen gewinnen", sagte Achter-Trainer Ralf Holtmeyer, während DRV-Sportdirektor Michael Gentsch verkündete: "Der Mythos des Achters lebt wieder."

Aber nicht nur das Flaggschiff der deutschen Flotte liegt wieder auf Kurs.

Insgesamt präsentierte sich der DRV knapp ein Jahr nach dem Debakel von Peking ohne Gold mit vier Siegen in den 14 olympischen Klassen so erfolgreich wie seit sieben Jahren nicht mehr auf dem traditionsreichen Rotsee.

"Mannschaftsgefühl wieder da"

Erfolge feierten neben dem Achter der Doppelvierer um den ehemaligen Einer-Weltmeister Marcel Hacker, Eric Knittel/Stephan Krüger (Berlin/Rostock) im Doppelzweier und der Doppelvierer der Frauen um Schlagfrau Stephanie Schiller (Potsdam).

"Ich habe immer daran geglaubt, dass wir in Deutschland gute Talente haben. In einigen Klassen haben wir aber noch Nachholbedarf", sagte Cheftrainer Hartmut Buschbacher nach einer innigen Umarmung mit DRV-Präsident Siegfried Kaidel.

Das Mannschaftsgefühl sei wieder da, sagte Kaidel.

Start-Ziel-Sieg

Besonders beeindruckend war die Vorstellung des Achters, der in dieser Saison bei seiner Weltcup-Premiere erstmals auf die komplette Weltelite traf.

Wie im Vorlauf siegte die Crew um Schlagmann Sebastian Schmidt (Mainz) Start-Ziel.

Nach einem beeindruckenden Start ließ sich die Mannschaft auch von der Aufholjagd der Kanadier nicht aus der Ruhe bringen und konterte den Angriff des Weltmeisters bei 1500 m souverän.

"Der Erfolg gibt uns Ruhe und Selbstvertrauen", sagte Schmidt. Damit siegte erstmals seit drei Jahren wieder ein deutscher Achter auf dem Rotsee.

Rocher stark

Eine starke Leistung zeigte auch Nachwuchshoffnung Mathias Rocher im Einer.

Der 19 Jahre alte Magdeburger wurde im Feld der Top-Athleten um den siegreichen Weltmeister Mahe Drysdale (Neuseeland) und den zweitplatzierten Olympiasieger Olaf Tufte (Norwegen) unerwartet Vierter und ließ dabei sogar den Peking-Zweiten Ondrej Synek (Tschechien) hinter sich.

Kampfansage an Hacker

"Im Kampf um das Einer-Ticket für 2012 in London kann sich Marcel Hacker warm anziehen", sagte Rocher und richtete damit eine Kampfansage an den dominierenden deutschen Einerfahrer dieses Jahrzehnts.

Im Zweier ohne Steuerfrau präsentierten sich Kerstin Hartmann/Marlene Sinnig (Ulm/Krefeld) als Zweite in WM-Form.

Boron ausgezeichnet

Kathrin Boron, die am Rande des Weltcups für ihre herausragenden Leistungen mit der Thomas Keller-Medaille des Weltverbandes FISA ausgezeichnet wurde, warnte jedoch vor einer zu großen Euphorie.

"Diese Erfolge darf man nicht überbewerten. In vielen anderen Nationen findet im Jahr nach Olympia ein Neuaufbau statt", sagte die viermalige Olympiasiegerin.

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