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Mathias Rocher will im Einer in die Fußstapfen von Marcel Hacker treten © imago

Einer-Ruderer Mathias Rocher erfreut bei der WM in Posen das deutsche Team. Doch es gibt auch die ersten Verluste für die Flotte.

Posen - Nach seinem Husarenritt hockte Mathias Rocher erschöpft auf seinem Rollsitz.

Wenige Augenblicke zuvor war der 19-Jährige mit einer beherzten Vorstellung bei den Ruder-Weltmeisterschaften in Posen überraschend ins Einer-Finale eingezogen.

"Das ist großartig. Jetzt werde ich den Endlauf einfach nur noch genießen", sagte der Nachfolger von Marcel Hacker, nachdem er wieder etwas zu Kräften gekommen war.

Der Cheftrainer des Deutschen Ruderverbandes (DRV) hatte ein Sonderlob für Rocher nach dessen Zwischenspurt auf Platz drei bei der Hälfte der 2000-m-Strecke parat.

"Das war eine tolle Leistung. Er ist aus meiner Sicht der Mann des Tages", sagte Hartmut Buschbacher.

Vier Boote verpassen das Finale

Allerdings konnte Buschbacher den Erfolg seines Einer-Fahrers nicht in vollen Zügen genießen. Am ersten Halbfinaltag auf dem Malta-See erlitt die deutschen Flotte die ersten Verluste.

Vier von sieben Booten verpassten den Einzug ins Finale. "Da hatten wir uns ein wenig mehr erhofft", meinte Buschbacher.

Immerhin zogen neben Rocher auch der Doppelzweier mit Stephan Krüger/Eric Knittel und der Zweier ohne Steuerfrau mit Kerstin Hartmann/Marlene Sinnig in die Endläufe ein.

Zuvor hatten bereits der Deutschland-Achter, der Frauen-Achter und der Doppelvierer der Frauen das Finalticket gelöst. Am Freitag haben vier weitere DRV-Boote die Chance, in die Finals der 14 olympischen Klassen zu fahren.

Notlösung in der Weltspitze

Dort steht Rocher schon. Im Halbfinale musste er sich nur dem Titelverteidiger Mahe Drysdale (Neuseeland) und dem Belgier Tim Maeyens geschlagen geben. Den schwedischen Olympia-Sechsten Lassi Karonen ließ er hinter sich.

Die deutsche Nachwuchshoffnung hatte erstmals Mitte Juli mit Platz vier beim Weltcup-Finale in Luzern aufhorchen lassen.

Nun kämpft er gegen die großen Einer-Fahrer wie Olympiasieger Olaf Tufte (Norwegen) im Finale am Samstag um die Skiff-Krone. Davon hatte er zu Beginn der Saison nicht einmal geträumt. Er sei eine Notlösung für den Einer, hatte Rocher noch vor der WM erklärt.

Sein Vorgänger Marcel Hacker sitzt in Posen im Doppelvierer, er schließt eine Rückkehr in den Einer im kommenden Jahr aber nicht aus.

Krüger/Knittel wollen Medaille

Im Frauen-Einer verpasste unterdessen Juliane Domscheit als Fünfte den Finaleinzug. Ebenfalls nur im B-Finale der WM sind der Zweier ohne Steuermann, der Vierer ohne Steuermann und der Frauen-Doppelzweier vertreten.

Für den Höhepunkt neben Rocher sorgte das Duo Krüger/Knittel mit ihrem Halbfinalerfolg. "Wir hoffen nun, eine Medaille zu ergattern", meinte Krüger.

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