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Der DRV fuhr bei Olympia 2008 sein schlechtestes Ergebnis seit 52 Jahren ein © getty

Das DRV-Paradeboot weist bei der WM den Olympiasieger und die Niederlande in die Schranken. Zwei weitere Boote jubeln über Gold.

Posen - Die Modellathleten tanzten wie kleine Kinder über den Steg.

Kristof Wilke kopierte Usain Bolt, und Steuermann Martin Sauer flog in hohem Bogen in den See: Der Deutschland-Achter wurde nach dem WM-Triumph in Posen zum Partyboot.

Das Flaggschiff krönte mit dem beeindruckenden Sieg bei den Titelkämpfen in Polen das beste WM-Ergebnis der deutschen Ruderer seit sechs Jahren.

Die deutsche Flotte tilgte mit drei Gold- und zwei Bronzemedaillen in den 14 olympischen Klassen die Schmach von Peking in bemerkenswerter Weise und hat als beste Nation der WM wieder Oberwasser.

"Ein überzeugendes Comeback"

"Wir hoffen, dass dies der Beginn einer neuen Ära ist. Das Rennen war phänomenal", sagte Schlagmann Sebastian Schmidt.

Neben dem Paradeboot holten der Leichtgewichts-Vierer ohne Steuermann und der Doppelzweier mit Stephan Krüger und Eric Knittel WM-Gold.

Bronze gab es für den Männer-Doppelvierer um Marcel Hacker und den Doppelvierer der Frauen.

Peking-Schmach überwunden

"Uns ist ein überzeugendes Comeback gelungen. Das war ein toller, goldener Abschluss", sagte DRV-Cheftrainer Hartmut Buschbacher.

In Peking hatte die deutsche Flotte mit einmal Silber und Bronze das schlechteste Olympia-Resultat seit 52 Jahren eingefahren, der Achter war als Letzter förmlich abgesoffen.

Ein vollkommen anderes Bild bot sich bei Schiebewind auf dem Malta-Regatta-Kurs.

Lange Party-Nacht

Der Achter fuhr bei seiner Demonstration der Stärke mit mehr als drei Sekunden und einer Länge Vorsprung auf Olympiasieger und Titelverteidiger Kanada zu einem Start-Ziel-Sieg.

Es war der achte WM-Erfolg in der ruhmreichen Geschichte des Großbootes. Zuletzt hatte der Achter 2006 in Eton triumphiert.

"Diese Mannschaft wird das internationale Niveau in den nächsten Jahren mitbestimmen. Eine Länge Vorsprung ist eine Hausnummer", sagte Achter-Trainer Ralf Holtmeyer.

Seine Jungs waren unterdessen überglücklich und kündigten eine lange Party-Nacht an.

"Das ist ein Sensations-Gold"

Kristof Wilke hatte die Siegesgeste von 100-m-Weltrekordler Bolt schon vorher geplant: "Ich dachte, wir fahren vielleicht Weltbestzeit. Aber dann habe ich sie trotzdem gemacht."

Die Weltbestzeit wurde allerdings um mehr als vier Sekunden verpasst.

Während der Erolg des Achters eingeplant war, überraschte der leichte Vierer ohne Steuermann vor Top-Favorit Dänemark.

Schlagmann Martin Kühner sprang im Anschluss in den Malta-See, sein Zwillingsbruder Jochen sagte: "Das ist ein Sensations-Gold."

Knittel kann es "noch nicht fassen"

Den größten Druck hatten bereits am Samstag Stephan Krüger und Eric Knittel mit ihrem Sieg im Doppelzweier von der deutschen Mannschaft genommen.

Es war der erste Titel für den DRV bei einem Großereignis in den olympischen Klassen seit drei Jahren.

"Ich kann es noch gar nicht fassen. Ich fühle mich, als wenn ich aus einem Traum aufwache", sagte Knittel.

Hacker mit Bronze belohnt

Vollkommen erschöpft hockte das siegreiche Duo nach dem taktisch klug eingeteilten Rennen im Boot.

"Im Ziel ist mir schwarz vor Augen geworden. Da musste ich erstmal Luft holen", sagte Krüger. Marcel Hacker zeigte sich trotz des verpassten Goldes mit dem Doppelvierer zufrieden.

"Das war eine gute Teamleistung. Bronze ist der Lohn für die harte Arbeit", so der ehemalige Einer-Weltmeister.

Ohne Medaille blieb zwar Mathias Rocher im Einer, doch der erst 19 Jahre alte Hacker-Nachfolger überzeugte bei seinem WM-Debüt mit Platz fünf.

Ein kompletter Medaillensatz

Dabei landete er sogar noch vor Olympiasieger Olaf Tufte (Norwegen).

Die Skiff-Krone setzte sich erneut Mahe Drysdale auf. Der Neuseeländer fuhr dabei in 6:33,35 Minuten Weltbestzeit.

In den acht nicht-olympischen Klassen gab es für den DRV einen kompletten Medaillensatz.

Gold holte der leichte Frauen-Doppelvierer, Silber ging an den leichten Männer-Doppelvierer, und der Zweier mit Steuermann sicherte sich Bronze.

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