vergrößernverkleinern
Simon Gawlik (r.) ist auch U-23-Weltmeister im Doppelvierer © getty

Beim Ruder-Klassiker erfüllt sich für den Deutschen ein Traum. Simon Gawlik schwant aber, dass es auf der Themse heftig wird.

London - Die 156. Auflage des Klassikers Oxford gegen Cambridge elektrisiert ganz England, und Simon Gawlik sitzt bei der berühmtesten Ruder-Veranstaltung der Welt mit im Boot.

"Es ist eine große Ehre, Teil einer so langen und erfolgreichen Tradition zu sein. Die Anspannung ist groß", sagt der 24-Jährige vor dem Rennen am Samstag (17 Uhr).

Gawlik sitzt im Achter der Universität Oxford und erfüllt sich damit einen Herzenswunsch.

"Seit ich als Zwölfjähriger mit dem Rudern begonnen habe, war dieses Rennen mein großer Traum", erzählt der Frankfurter, der nach dem Studium der Wirtschaftswissenschaften in Harvard noch einen einjährigen Management-Kursus in Oxford drangehängt hat.

Kaum Zeit zum Pauken

Viel Zeit zum Lernen hatte der ehemalige U-23-Weltmeister im Doppelvierer in den vergangenen Wochen allerdings nicht.

Zwölf Trainingseinheiten standen wöchentlich auf dem Programm, nur der Montag war frei.

Pressetermine, offizielles Wiegen, Einheiten im Kraftraum - Gawliks Terminkalender war vor dem großen Rennen über die 6,78 km vor 250.000 Zuschauern auf der Londoner Themse zwischen Putney und Mortlake randvoll.

Oxford-Achter vier Kilo leichter

Die Mühe soll sich am Samstag auszahlen. Der Oxford-Achter ist pro Person rund 500 Gramm leichter als der Kontrahent aus Cambridge.

Bei den Buchmachern gelten die "Dunkelblauen" um Gawlik dennoch als leichter Wettfavorit.

"Ich sehe die Chancen bei 50:50. Die Mannschaften sind körperlich gleichwertig. Wir dürfen uns keine Fehler erlauben", sagt Gawlik.

Anekdote um betrunkenen Zielrichter

Oxford hat den Klassiker 75 Mal seit 1829 gewonnen, Cambridge siegte 79 Mal. 1877 endete das Rennen mit einem Unentschieden.

Der Zielrichter soll damals so betrunken gewesen sein, dass er wegen des knappen Einlaufs nicht in der Lage war, ein Siegerboot zu bestimmen.

Die Besonderheit des Duells beschreibt Gawlik so: "Das Rennen ist nicht fair. Es gibt keine Bojen. Der große Unterschied zu einer WM ist der, dass es keinen zweiten Platz gibt. Der Zweite verliert."

Und verlieren will Gawlik auf keinen Fall: "Ich hoffe, dass ich junge Sportler in Deutschland durch meine Teilnahme motivieren kann, so wie ich durch das Rennen motiviert wurde."

Zum Forum - jetzt mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel