Der BRD-Achter ruderte beim Olympia 1988 zu Gold. Die Schicksale der Protagonisten verliefen meist erfolgreich - aber auch tragisch.

Es war eine grausige Szene, die später kolportiert wurde: Bahne Rabe sei in der Athleten-Wohnung in Seoul plötzlich mit dem Kopf gegen die Wand gerannt - und das mehrfach.

Vier kräftige Ruder-Kollegen hätten den 2,03 Meter großen Schlagmann des Deutschland-Achters stoppen müssen, indem sie sich auf ihn warfen. Der Alkohol habe Rabe ausrasten lassen.

Es waren offenbar die Folgen der Siegesfeier am Abend nach dem größten Triumph des Lüneburgers, dem Goldmedaillen-Gewinn des Flaggschiffes bei den Olympischen Spielen 1988 in Südkorea.

Es war ein Finale, das es in sich hatte. Die DDR führte bis zur 1000-m-Marke, als Bahne Rabe plötzlich die Schlagzahl erhöhte, den bundesdeutschen Achter in Front brachte und den Vorsprung bis ins Ziel verteidigte.

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Dieses Finale ist immer noch in Erinnerung, nicht zuletzt durch die sensationelle TV-Reportage von Wolfram Esser.

Es ist aber auch noch in Erinnerung, weil mit Bahne Rabe ein Mann am Schlag saß, den die Experten für den talentiertesten Ruderer auf dieser Position hielten.

Rabe erlebte den Aufstieg und Fall eines Sportlers, der die Geschichte des Mythos Deutschland-Achter schrieb.

13 Jahre nach dem großen Triumph starb der introvertierte Bahne Rabe am 5. August 2001 nach langer Magersucht zwei Tage vor seinem 38. Geburtstag in einem Kieler Krankenhaus.

Der Deutschland-Achter hatte in seiner Geschichte aber auch große Persönlichkeiten, die ihr Leben meisterten. Ein Philosoph, ein Chefmeteorologe und ein Ruder-Professor prägten die Szene.

Während das heutige Großboot bei der WM in Neuseeland um den Titel kämpft, war es vor 50 Jahren bei den Olympischen Spielen 1960 in Rom der Beginn einer Legende.

Das von Ruder-Professor und Tüftler Karl Adam trainierte Flaggschiff eroberte die erste deutsche Olympia-Goldmedaille.

Im Boot saß damals Hans Lenk. Der Brillenträger aus Ratzeburg erlangte später als Philosophie-Professor Weltruhm. Lenk ist jetzt Professor Emeritus am Institut für Philosophie an der Uni Karlsruhe.

Er studierte Mathematik, Philosophie, Soziologie, Sportwissenschaft und Psychologie in Freiburg und Kiel. Lenk war auch derjenige, der die Lehre von Karl Adam als Amateur-Trainer weiter verfolgte.

Acht Jahre nach Lenks Olympia-Triumph saß ein Mann namens Gunther Tiersch im deutschen Gold-Boot. Er war mit 14 Jahren der jüngste Athlet bei den Olympischen Spielen 1968 in Mexiko.

Tiersch steuerte das Flaggschiff zum Erfolg. Heute kennen ihn nicht nur die Sport-Fans, sondern auch die, die das Wetter wissen wollen. Dr. Gunther Tiersch ist Chefmeteorologe des "ZDF".

Tiersch promovierte an der TU Berlin zu einem Thema, das für Jedermann kaum nachzuvollziehen ist: Die Bestimmung der aktuellen Evapotranspiration landwirtschaftlicher Nutzpflanzenbestände mit Hilfe mikrometeorologischer Verfahren.

Wolfgang Kleine hatte als Journalist seine Feuertaufe bei der Fußball-WM 1974 in Deutschland. Danach wurden für ihn zahlreiche Handball-Spiele, die Berichterstattung vom Leichtathletik-Europacup 1979 und die Begleitung der Tour de France 1996 sowie 1997 unvergessliche Erlebnisse. Aber eines bleibt besonders in Erinnerung: Das Wintermärchen der Olympischen Spiele 1994 in Lillehammer.

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