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Die deutschen Ruderer überzeugen bei der WM in Amsterdam
Der Deutschland-Achter holte bei der WM in Neuseeland die einzige Goldmedaille © getty

DRV-Cheftrainer Buschbacher wird wegen seines Polizei-Ärgers verurteilt. Der Verband behält sich alle Konsequenzen vor.

München - Cheftrainer Hartmut Buschbacher droht beim Deutschen Ruderverband (DRV) nach seinem nächtlichen Ausflug während der Ruder-Weltmeisterschaften in Neuseeland der Rauswurf.

"Wir werden die Angelegenheit in den Gremien beraten und die Frage nach Konsequenzen diskutieren. Alles ist denkbar", sagte der stellvertretende DRV-Vorsitzende Dag Danzglock.

Buschbacher hatte während der WM bei einer Polizeikontrolle nach auffälliger Fahrweise eine Blutprobe verweigert.

Dafür wurde der 52-Jährige am Montag von einem Gericht in Wellington zu einer Geldstrafe von umgerechnet 226 Euro verurteilt.

Nur ein Verständigungsproblem?

Vor Gericht erklärte Buschbachers Anwalt, der Beschuldigte habe die Polizisten wegen ihres neuseeländischen Akzents nicht richtig verstanden und sei deshalb unsicher gewesen, was die Beamten von ihm wollten.

Nach der Rückkehr aller Vorstandsmitglieder aus Neuseeland wird sich der DRV nun zusammensetzen und eine Entscheidung laut Danzglock "noch in diesem Jahr" treffen.

"Es macht keinen Sinn, aus der Hüfte zu schießen", sagte Danzglock. Eine Entscheidung müsse auch bei einem möglichen Gang vor ein Arbeitsgericht standhalten, so der stellvertretende Vorsitzende weiter.

Buschbacher, der beim DRV noch einen Vertrag bis Ende 2012 besitzt, war am Montag für eine Stellungnahme zunächst nicht erreichbar.

FISA-Chef Smith reagiert verärgert

Bei der WM hatte er sich nach dem Vorfall beim DRV, dem Weltverband FISA und den deutschen Athleten entschuldigt. FISA-Geschäftsführer Matt Smith hatte verärgert auf die Situation reagiert.

Natürlich dulde die FISA ein solches Verhalten nicht. Man bedauere es, so etwas über diesen äußerst erfolgreichen und geachteten Trainer zu hören.

Man wolle nun erst einmal die Untersuchungen des deutschen Verbandes abwarten, bevor man zu einer eigenen Bewertung komme, so Smith.

Möglich, dass der DRV eine Entscheidung erst nach seinem Rudertag am 20. November in Schweinfurt trifft. Dort stehen auch Neuwahlen des Vorstands auf der Tagesordnung.

Während der WM war außerdem das Gerücht aufgekommen, der britische Verband habe Buschbacher mit Blick auf die Olympischen Spiele 2012 in London ein lukratives Angebot unterbreitet.

Buschbacher will bleiben

Seine Position sei in Deutschland. Er wolle seine Aufgabe, die er übernommen habe, zu Ende bringen, hatte Buschbacher dazu erklärt.

Er hatte den Posten nach dem Schiffbruch bei den Olympischen Spielen 2008 in Peking angetreten, als die deutsche Flotte erstmals seit 52 Jahren ohne Goldmedaille geblieben war.

Im vergangenen Jahr bei der WM in Posen war der DRV mit drei Gold- und zwei Bronzemedaillen in den 14 olympischen Klassen dann stärkste Nation geworden.

Auf dem Lake Karapiro in Neuseeland hatte es in diesem Jahr nur zu einer Gold, einer Silber- und einer Bronzemedaille gereicht.

Ganz oben auf dem Podest standen nur die Ruderer des Deutschland-Achters, der zum Abschluss der WM die Goldmedaille holte.

Trotzdem will der Verband an seinem ehrgeizigen Ziel von vier Olympiasiegen 2012 festhalten.

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