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Der Deutschland-Achter wurde insgesamt bereits neun Mal Weltmeister © getty

Das Deutsche Flaggschiff probiert vor der WM seine Bestbesetzung aus. Der bisherige Schlagmann muss weichen. Ziel ist der WM-Titel.

Dortmund - Erst der Titel-Hattrick bei der WM, dann die Goldmedaille bei Olympia.

Der Deutschland-Achter geht nach seiner beeindruckenden Siegesserie mit viel Selbstvertrauen in die vorolympische Saison.

Eine Personalentscheidung von Achter-Trainer Ralf Holtmeyer sorgte bei der Präsentation in Dortmund aber für Diskussionsstoff.

Der bisherige Schlagmann Sebastian Schmidt (Mainz) wurde vorerst ausgebootet. Kristof Wilke (Radolfzell) übernimmt im Flaggschiff des Deutschen Ruderverbandes seinen Platz.

"Es ärgert mich"

"Das ärgert mich schon. Nach den Gründen muss man den Trainer fragen. Mein Ziel ist es, wieder in den Achter zurückzukehren. Das muss auch nicht als Schlagmann sein", sagte der ehrgeizige Schmidt.,

Beim Weltcup-Auftakt in München (27. bis 29. Mai) sitzt er im Vierer ohne Steuermann.

Seit drei Jahren ungeschlagen

Schlagmann Schmidt führte das DRV-Paradeboot in den vergangenen beiden Jahren zum WM-Gold, seit dem letzten Platz bei den Olympischen Spielen 2008 in Peking ist der Achter auf der 2000-m-Distanz zudem ungeschlagen.

"Das soll auch so bleiben. Wir wollen zeigen, dass wir direkt wieder an der Spitze sind", sagte Wilke, der im Hinblick auf die Sommerspiele 2012 in London noch harte Positionskämpfe im derzeitigen 14er-Kader erwartet:

"Die Unruhe hält sich noch in Grenzen. Aber nächstes Jahr kann es sehr ungemütlich werden."

"Jeder bekommt seine Chance"

Holtmeyer will auf verschiedene Szenarien vorbereitet sein.

Ein guter Achter habe mehr als einen Schlagmann, lautete seine Begründung für den Wechsel.

"Das muss noch nicht die endgültige Besetzung sein. Jeder bekommt noch seine Chance", sagte der Erfolgstrainer.

Testen der Besetzung

Neben Schmidt muss auch Max Reinelt (Ulm) seinen Platz auf den begehrten Rollsitzen zunächst räumen.

Der Berliner Andreas Kuffner und der Hamburger Eric Johannesen kommen dafür ins Boot.

Aber schon beim Weltcup Mitte Juni in Hamburg wird Holtmeyer eine andere Besatzung testen. "Wenn man etwas probiert, dann muss man es jetzt probieren", sagte Holtmeyer.

Titelserie soll bestehen bleiben

Beim Weltcup-Finale im Juli in Luzern soll dann die Crew antreten, die den Titel-Hattrick bei der WM im slowenischen Bled (28. August bis 4. September) perfekt machen soll.

"Unser Ziel ist ganz klar, dass die Serie bestehen bleibt", sagte DRV-Cheftrainer Hartmut Buschbacher.

"Unser großer Traum"

Angeführt vom Deutschland-Achter will der Verband dann in London den Schiffbruch von Peking ausmerzen.

"Nach 2008 sind wir in der Pflicht", sagte Buschbacher und kündigte sechs Medaillen in den 14 Klassen als Ziel an.

Der Achter soll Gold holen. "Das ist unser großer Traum. Aber die anderen Nationen werden auch immer stärker, besonders die Briten und die Kanadier", sagte Wilke.

Aus den 14 Modellathleten, die derzeit dem Achter-Team angehören, soll im Hinblick auf die Sommerspiele auch ein starker Zweier und Vierer gebildet werden.

Buschbacher: "Da sind wir gut aufgestellt und auf einem guten Weg."

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