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Der Achter ist bei den Männern seit 1900 eine olympische Disziplin © imago

Das deutsche Flaggschiff will seine beeindruckende Serie von 27 Erfolgen bei der WM im slowenischen Bled weiter ausbauen.

München - Das Selbstvertrauen ist riesig, der Respekt bei den Konkurrenten enorm und die Zielsetzung entsprechend selbstbewusst: Titel-Hattrick bei der WM in Bled, Olympiasieg in London.

Der seit über drei Jahren in 27 Rennen unbesiegte Deutschland-Achter will auch bei den Ruder-Weltmeisterschaften in Slowenien auf Erfolgskurs steuern und für den ersten Gold-Hattrick des Flaggschiffs seit 20 Jahren sorgen.

"Das Ziel ist die erfolgreiche Titelverteidigung", sagte Achter-Erfolgstrainer Ralf Holtmeyer, für den sich in Bled Geschichte wiederholen könnte.

Siegesserie soll nicht reißen

Unter seiner Regie war das Paradeboot des Deutschen Ruderverbandes (DRV) schon zwischen 1989 und 1991 zu WM-Gold gefahren.

Bei den Olympischen Spielen in Barcelona reichte es dann 1992 allerdings nur zu Bronze, in London wollen die Modellathleten aber ganz oben auf dem Podest stehen.

"Unsere Siegesserie soll bis zu den Olympischen Spielen nicht abreißen. Das wäre großartig", sagte der mit 2,08 m größte Achter-Ruderer Lukas Müller.

Der Düsseldorfer und die anderen starken Jungs müssen sich in Bled aber erst einmal für die Sommerspiele 2012 qualifizieren, ein Platz unter den besten sieben Booten ist dafür notwendig.

"Das wird eine sehr harte WM"

Trotz aller Überlegenheit seit dem Schiffbruch vor drei Jahren mit dem letzten Platz in Peking wird die WM für den favorisierten Deutschland-Achter kein Selbstläufer.

Bei der Mission Titel-Hattrick wartet ein straffes Programm. Da 13 Großboote gemeldet haben, steht neben dem Vorlauf zum WM-Auftakt am Sonntag auch noch ein Halbfinale (Mittwoch) vor dem Endlauf (Donnerstag) an.

"Das wird eine sehr harte WM in diesem Jahr", sagte Steuermann Martin Sauer. Die größten Konkurrenten sieht der Berliner in Vizeweltmeister Großbritannien, Olympiasieger Kanada, den Niederlanden und den USA.

Wilke ersetzt Schmidt

Doch angesichts der deutschen Überlegenheit schienen die Konkurrenten zuletzt schon etwas ratlos. Auch an etwas schwächeren Tagen geriet der Deutschland-Achter nie ernsthaft in Gefahr.

Zudem hat Trainer Holtmeyer ein Luxusproblem. Zwölf starke Ruderer kämpften bis zuletzt um einen der begehrten Rollsitze. Selbst Sebastian Schmidt (Mainz), der den Achter 2009 und 2010 als Schlagmann zum WM-Sieg führte, muss in Bled in den Vierer ohne Steuermann wechseln.

Sein Nachfolger Kristof Wilke (Radolfzell) fiebert seiner WM-Premiere als Achter-Schlagmann entgegen.

"Natürlich bin ich froh über dieses Vertrauen", sagte Wilke und fügte im Sinne des Teamgeists bescheiden an: "Andererseits sehe ich das relativ nüchtern. Ohne die anderen Sieben im Boot, den Steuermann und eine gute Truppe geht nichts. Alle müssen mitziehen, ich bin auf die anderen angewiesen."

"Die werden reinhauen"

Wilke war auch in Peking dabei, als das DRV-Flaggschiff nach kurzfristigen Umbesetzungen förmlich absoff.

"Vor Peking hatten wir es mit Hau-Ruck-Aktionen probiert. Das ging gründlich schief", sagte Wilke, den mit Sauer, Müller, Florian Mennigen (Ratzeburg) und Maximilian Reinelt (Ulm) noch eine Gemeinsamkeit verbindet.

Damit sie sich ganz auf ihre hohen Ziele konzentrieren können, haben sie sich gern für das neue Stipendium "Elite Plus" der Stiftung Deutsche Sporthilfe (DSH) entschieden. Das bedeutet seit März dieses Jahres bis London monatlich verlässliche 1500 Euro.

Das soll sich bei den Sommerspielen auszahlen.

"Wir sind Favoriten, doch die anderen Nationen schlafen nicht. Je näher die nächsten Olympischen Spiele kommen, desto mehr werden die reinhauen und uns abfangen wollen", sagte Müller.

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