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Der Deutschland-Achter ist nun schon seit 28 Rennen ungeschlagen © getty

Das DRV-Flaggschiffs untermauert zum Start der WM seine Favoritenstellung. Marcel Hacker bringt den Cheftrainer zum Schwärmen.

Bled - Der schier unbesiegbare Deutschland-Achter fährt weiter auf der Erfolgswelle, Marcel Hacker feierte ein glänzendes Comeback:

Angeführt von den beiden Paradebooten ist der deutschen Flotte bei den Weltmeisterschaften im slowenischen Bled ein Auftakt nach Maß gelungen.

Sechs Vorlaufsiege in den 14 olympischen Klassen weckten Hoffnungen auf eine erfolgreiche WM im vorolympischen Jahr. Der Deutschland-Achter untermauerte seine Favoritenstellung durch den 28. Sieg in Serie eindrucksvoll.

Das Flaggschiff des Deutschen Ruderverbandes (DRV) gewann seinen Vorlauf souverän mit einer halben Länge Vorsprung auf den WM-Dritten Australien und machte mit dem Halbfinaleinzug den ersten Schritt Richtung Titel-Hattrick.

Achter verzichtet auf Endspurt

"Nach der längeren Pause war es sehr gut. Wir sind aber keinen Endspurt gefahren, sonst hätten wir einen größeren Vorsprung gehabt. Was man jetzt verballert, fehlt vielleicht hinterher", sagte Achter-Erfolgstrainer Ralf Holtmeyer.

Er peilt mit dem Achter auf dem idyllischen Bleder See neben dem dritten WM-Triumph in Folge auch die direkte Qualifikation für die Olympischen Spiele 2012 in London an.

Aber nicht nur der bärenstarke Achter ließ DRV-Cheftrainer Hartmut Buschbacher im Sonnenschein von Bled strahlen.

Hacker ohne Mühe

Ex-Weltmeister Hacker siegte nach seiner Bandscheibenoperation souverän vor dem Belgier Tim Maeyens und zog ohne Mühe ins Viertelfinale ein.

"Die erste Aufgabe ist gelöst. Es war gut, dass Kopf und Körper gefordert wurden", sagte Hacker, dessen Minimalziel Platz elf und die damit verbundene Olympia-Qualifikation ist.

Diese und die WM-Finalteilnahme hat der Frauen-Doppelvierer nach seinem Vorlauferfolg schon in der Tasche. Dementsprechend zufrieden war der Cheftrainer.

"Das war beeindruckend"

"Das war ein guter Auftakt, so hatten wir es uns gewünscht. Das war sehr erfreulich", sagte Buschbacher, der auch Hacker lobte: "Das war beeindruckend."

Für das Glanzlicht sorgte aber wieder einmal der seit dem letzten Platz bei den Sommerspielen 2008 in Peking auf der olympischen 2000-m-Distanz ungeschlagene Deutschland-Achter.

Das deutsche Großboot setzte sich sofort an die Spitze und kontrollierte das Renngeschehen nach Belieben. 500 m vor dem Ziel betrug der Vorsprung auf Australien noch eine Länge.

Noch Luft nach oben

"Dann sind wir ohne Spurt und nur mit dem Streckenschlag ins Ziel gefahren", erklärte Kristof Wilke.

Der Schlagmann war aber trotz der souveränen Vorstellung nicht ganz zufrieden: "Es war noch nicht alles perfekt. Seit dem letzten wichtigen Rennen in Luzern waren sechs Wochen Pause. Das merkt man schon."

Der Berliner Steuermann Martin Sauer sah es ähnlich. "Wir sind nicht zu hundert Prozent zufrieden. Wir haben eben einen hohen Anspruch", meinte Sauer, bevor er mit Holtmeyer und dem Team das Rennen noch einmal in Ruhe analysierte.

Zeitplan sorgt für Kritik

Im Halbfinale am Mittwoch werden die Ansprüche an den Goldfavoriten steigen. Zumal bereits am Donnerstag das Achter-Finale ausgetragen wird. Der neue Zeitplan des Weltverbandes FISA mit Blick auf die Olympischen Spiele in London stößt beim Trainer und den Athleten auf wenig Gegenliebe.

"Wir müssen es nehmen, wie es ist. Aber es kommt einem schon ein wenig komisch vor. Normal ist der Achter als Höhepunkt immer das letzte Rennen einer Regatta", sagte Sauer.

Ralf Holtmeyer würde sich "einen Tag Pause" zwischen Halbfinale und Endlauf wünschen. "Das stört schon ein wenig", sagte Holtmeyer, unter dessen Regie der Achter vor 20 Jahren zuletzt drei WM-Titel in Serie gefeiert hat.

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