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Der Deutschland-Achter wurde 2009 und 2010 Weltmeister © getty

Das DRV-Flaggschiff zieht trotz Handicap dominant ins Finale bei der WM ein. Hacker ist auf Olympiakurs. Ein Virus sorgt den DRV.

Bled - Die Pflicht mit der Olympia-Qualifikation ist erfüllt, jetzt soll der Titel-Hattrick als Kür folgen:

Der bärenstarke Deutschland-Achter hat im WM-Halbfinale die Muskeln spielen lassen und geht bei den Titelkämpfen im slowenischen Bled als großer Goldfavorit in den Endlauf am Donnerstag.

"Im Finale müssen wir wieder so ein Ding abfackeln", sagte Schlagmann Kristof Wilke (Radolfzell) nach dem beeindruckenden Start-Ziel-Sieg im Halbfinale vor den Niederlanden und Polen.

Das seit mehr als drei Jahren in 29 Rennen ungeschlagene Flaggschiff des Deutschen Ruderverbandes (DRV) hat durch die Finalteilnahme das Ticket für die Sommerspiele 2012 in London sicher (NEWS), doch der Erfolgshunger ist damit noch lange nicht gestillt.

"Hier, um den Titel zu verteidigen"

"Um das Halbfinale haben wir uns keinen großen Kopf gemacht. Wir sind schließlich hier, um den Titel erfolgreich zu verteidigen", sagte Wilke, der auch bei den WM-Triumphen 2009 und 2010 an Bord gewesen war.

Für den angepeilten Hattrick wurden im Halbfinale laut Wilke "ein paar Körner gespart". (NEWS: Ruderteam fürchtet WM-Virus)

Das DRV-Paradeboot verzichtete angesichts seiner souveränen Führung 500 m vor dem Ziel auf einen Endspurt und legte dennoch die schnellste Halbfinalzeit auf den idyllischen Bleder See.

Abgeklärt Kräfte gespart

"Das ist ein psychologischer Vorteil. Es war richtig, nicht das Letzte herauszufahren. Wer sich total verausgabt hat, wird das im Finale merken", sagte Achter-Erfolgstrainer Ralf Holtmeyer.

Während die drittplatzierten Polen ihren Finaleinzug ausgelassen im Boot feierten, nahmen die deutschen Modellathleten die Ankunft am Etappenziel ohne große Regung zur Kenntnis.

Abgeklärt hockten sie auf ihren Rollsitzen, direkt nach dem Rennen wurde ausgerudert.

Beschädigter Ausleger hält

Für Aufregung hatte vor dem Rennen allerdings ein leicht beschädigter Ausleger beim Berliner Andreas Kuffner gesorgt. Holtmeyer und Steuermann Martin Sauer (Berlin) informierten allerdings die Mannschaft nicht, um Unruhe zu vermeiden.

Der Ausleger hielt und wird nun vor dem Finale, in dem Vize-Weltmeister Großbritannien und die Niederländer die größten Konkurrenten sind, ausgetauscht.

Wo der Achter bereits ist, will der deutsche Einer-Meister Marcel Hacker noch hin: ins WM-Finale.

Hacker auf Olympiakurs

Dem Weltmeister von 2002 genügte im Viertelfinale ein zweiter Platz hinter dem Schweden Lassi Karonen, um ins Halbfinale einzuziehen.

Der 34-Jährige, der erst vor sechs Wochen an der Bandscheibe operiert worden war, steuert damit weiter auf Olympiakurs. Um sich für London 2012 zu qualifizieren, muss der Frankfurter mindestens Platz elf belegen.

"Es lief so, wie wir es abgesprochen haben. Ich habe mein Ding gemacht und Karonen fahren lassen", sagte Hacker und fügte mit Blick auf die ungewöhnlich kurze WM-Vorbereitung an: "Ich habe den Kampf angenommen und ganz gut gewonnen."

Schmerzliche Niederlage für Frauen-Achter

Eine schmerzliche Niederlage musste die deutsche Flotte jedoch auch hinnehmen: Der Frauen-Achter verpasste das Finale und das mögliche direkte Ticket nach London. (NEWS: Rückschläge für deutsche Ruderer)

Das Großboot muss sich nun im kommenden Jahr bei der Olympia-Qualifikation einen von zwei noch zu vergebenden Plätzen sichern.

Vor der entscheidenden WM-Phase in Bled sorgte derweil ein Virus im Mannschaftshotel des DRV-Teams für Aufregung. Seit Sonntag sind in der deutschen Mannschaft 17 Krankheitsfälle aufgetreten, insgesamt wurden 34 Fälle registriert.

Gesundheitsbehörden eingeschaltet

Außer den Deutschen wohnen auch noch andere Mannschaften in dem Hotel. Die Symptome sind Erbrechen, Kopfschmerzen und Durchfall.

Die slowenische Gesundheitsbehörde wurde eingeschaltet. Bei ersten Untersuchungen wurden in zwei Fällen Noro-Viren nachgewiesen.

"Ich hoffe, dass wir die Sache jetzt im Griff haben", sagte DRV-Präsident Siegfried Kaidel.

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