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Der Waliser Luke Charteris (M.) spielt seit 2003 für die Newport Gwent Dragons © getty

"Les Bleus" bezwingen den Underdog und stehen zun dritten Mal im Endspiel. Ein verpatzter Kick verhindert die Sensation.

Von Tobias Rieger

München/Auckland - Frankreich steht als erster Finalteilnehmer bei der Rugby-Weltmeisterschaft in Neuseeland fest.

"Les Bleus" bezwangen Wales im Halbfinale im Eden Park von Auckland 9:8 und trifft nun auf den Sieger der Partie zwischen Australien und Neuseeland (ab 10 Uhr im SPORT1-LIVESTREAM).

Für die Mannschaft von Trainer Marc Lievremont ist es nach 1987 und 1999 das dritte Finale bei einer WM. Wales dagegen verpasste nach dem dritten Platz 1987 erneut das erste Endspiel seiner Geschichte.

Frankreich ging mit der gleichen Startaufstellung ins Spiel, wie beim Viertelfinal-Sieg gegen England (19:12). Auch Dimitri Yachvili, zuletzt wegen eines Blutergusses angeschlagen, stand auf dem Rasen (DATENCENTER: Alles zur Rugby-WM).

Hook mit den ersten Punkten

Dagegen musste Warren Gatland bei den Walisern eine Änderung gegenüber der letzten Partie (22:10 gegen Irland) vornehmen. James Hook ersetzte den verletzten Rhys Priestland auf der Position des Verbindungshalbs.

Hook war es schließlich auch, der die ersten Punkte der Partie besorgte. In der 8. Minute war der Profi des französischen Klubs USA Perpignan mit einem Strafkick erfolgreich und brachte die "Dragons" 3:0 in Front.

Kurz darauf allerdings mussten die Waliser einen ersten Rückschlag hinnehmen: Für Adam Jones war die Partie wegen einer Verletzung früh zu Ende, Paul James ersetzte ihn als rechten Pfeiler (10.).

Warburton muss vom Feld

In der 18. Minute wurde auch noch Kapitän Sam Warburton des Feldes verwiesen. Der 23-Jährige sah nach einem gefährlichen Tackle an Vincent Clerc die Rote Karte.

Wales also früh in Unterzahl. Die Franzosen nutzten das aus und glichen durch Morgan Parra in der 22. Minute per Strafkick aus.

In der Folgezeit beherrschte vor allem der Kampf die zerfahrene Partie. Es dauerte bis zur 35. Minute, als erneut Gedrängehalb Parra für die erste Führung Frankreichs sorgte.

Mit dem knappen 6:3-Vorsprung ging es dann auch in die Pause. Es war die geringste Punktausbeute eines WM-K.o.-Spiels in der ersten Halbzeit seit zehn Jahren: Im Finale 1991 führte Australien nach 40 Minuten 9:0 gegen England.

Auf und ab bei Parra

Nach dem Seitenwechsel hatten die "Bleus" die Chance, die Führung auszubauen. Doch Parras Dropkick verfehlte die Stangen knapp (42.).

Frankreich tat sich weiterhin schwer gegen tapfer verteidigende Waliser. Erst in der 51. Minute gelang Parra ein weiterer Strafkick zum 9:3 aus Sicht der Südeuropäer.

Eine Unachtsamkeit in der Hintermannschaft der Franzosen brachte Wales dann aber wieder ins Spiel: Mike Phillips durchbrach die gegnerischen Reihen, sorgte für den ersten Try der Partie und verkürzte auf 8:9 (59.). Stephen Jones vergab anschließend jedoch die Möglichkeit zur Führung, sein Kick landete nur am Außenpfosten.

Wales verpasst den Sieg

Mit der unerwarteten Chance zum Sieg vor Augen mobilisierten die Waliser ihre letzten Kräfte. In der 76. Minute hatte Leigh Halfpenny die Führung auf dem Fuß, doch sein Strafkick war um wenige Zentimeter zu kurz. Es blieb beim 9:8 aus Sicht Frankreichs.

Nach zwei Endspielniederlagen haben die Franzosen nun die Chance, sich am 23. Oktober erstmals zum Weltmeister zu krönen (ab 9.55 Uhr LIVE im TV auf SPORT1+). Wales tritt am kommenden Freitag im Spiel um Platz drei an (ab 9.30 Uhr im SPORT1-LIVESTREAM).

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