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Neuseelands Kieran Read (v.) hatte mit Julien Bonnaires Franzosen einen harten Final-Gegner © getty

Im knappsten Finale der WM-Geschichte holt Gastgeber Neuseeland den WM-Titel. Der Erfolg wird zur großen Zitterpartie.

Auckland - Mit den Goldmedaillen um den Hals schrien Neuseelands Rugby-Helden beim traditionellen Kriegstanz Haka ihre ganze Freude hinaus.

Nach 24 titellosen Jahren hatten sich die "All Blacks" im WM-Finale im heimischen Auckland zum 8:7 (5:0)-Sieg gegen Angstgegner Frankreich gezittert und das andere Ende der Welt auf den Kopf gestellt ( 472517 DIASHOW: Die Bilder des Endspiels ).

"Ich bin so stolz, Neuseeländer zu sein und hier jetzt stehen zu dürfen. Im ganzen Land herrscht ein ganz schöner Aufruhr. Wir haben so lange davon geträumt, jetzt können wir in Frieden ruhen", sagte Neuseelands Trainer Graham Henry nach dem knappsten Final-Ergebnis der WM-Geschichte.

Mannschaftskapitän Richie McCaw ergänzte: "Mir fehlen die Worte. Ich bin so stolz auf jeden Einzelnen. Die Leute in Neuseeland haben uns über die letzten sechs Wochen so unglaublich viel gegeben. Das ganze Land kann stolz auf uns sein."

Frankreich zum dritten Mal Zweiter

Bevor der Top-Favorit aber seinen zweiten Titel nach 1987 feiern konnte, mussten die "All Blacks" lange bangen.

Außenseiter Frankreich, das in der Vorrunde noch 17:37 gegen den neuen Champion verloren und bisher vor allem mit öffentlichen Auseinandersetzungen zwischen Trainer und Mannschaft für Aufsehen gesorgt hatte, wehrte sich in einer ausgeglichenen und umkämpften Partie nach Kräften.

Letztlich aber mussten sich "Les Bleus" wie schon beim ersten Titelgewinn der "All Blacks" 1987 an selber Stelle geschlagen geben und zum dritten Mal mit WM-Silber begnügnen. "Es ist wirklich schade, es hat nicht ganz gereicht", sagte Frankreichs Kapitän Thierry Dusautoir enttäuscht.

Woodcock legt den Grundstein

Vor 60.000 Zuschauern im ausverkauften Eden Park in Auckland hatte die französische Verteidigung 14 Minuten lang gehalten, dann durchbrach Tony Woodcock die gegnerischen Linien und brachte Neuseeland mit einem Versuch 5:0 in Führung (15.).

Kurz nach Wiederanpfiff erhöhte Stephen Donald, der erst aufgrund der Verletzungen der beiden etatmäßigen Spielmacher Dan Carter und Colin Slade nachnominiert und im Finale nach 34 Minuten für den ebenfalls verletzten Aaron Cruden eingewechselt worden war, zunächst auf 8:0 (46.).

Trinh-Duc vergibt Strafkick

Doch dann schlugen Dusautoir mit dem zweiten Versuch des Spiels (47.) und Francois Trinh-Duc mit der fälligen Conversion (49.) zurück und verkürzten für Frankreich auf 7:8 ( 453164 DIASHOW: Die Bilder der WM ).

Den möglichen Sieg für "Les Bleus", die Neuseeland 1999 im WM-Halbfinale sowie 2007 im Viertelfinale besiegt hatten, vergab Trinh-Duc bei einem verschossenen Strafkick (65.).

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