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Kramnik muss alle verbleibenden drei Duelle gewinnen, um sich in den Tiebreak zu retten © imago

Aus Angst vor einem Fehler tauscht Wladimir Kramnik in Bonn in einer schönen Angriffsstellung nur die Damen anstatt Risiko zu gehen.

Bonn - Schach-Weltmeister Viswanathan Anand fehlt nur noch ein Remis zur erfolgreichen Titelverteidigung.

Der bislang dreimal siegreiche Inder erreichte in der neunten Partie am Sonntag in der Bonner Bundeskunsthalle gegen seinen russischen Herausforderer Wladimir Kramnik das sechste Remis und führt nun mit 6:3 Punkten.

Ex-Weltmeister Kramnik muss damit alle verbleibenden drei Duelle am Montag, Mittwoch und Freitag gewinnen, um sich noch in den Tiebreak am Sonntag (jeweils 15.00 Uhr) zu retten.

Viel gespielte Variante

Anand eröffnete die Partie am Sonntag mit dem Damenbauern. Als Kramnik die Halbslawische Verteidigung wählte, ließ sich der Inder auf das Anti-Moskauer-Gambit als Variante ein. Diese aggressive taktische Variante wurde in der Weltspitze in den letzten Jahren viel gespielt.

Wladimir Kramnik arbeitete sich in der ersten Hälfte zunächst einen Vorteil und schien auf dem Weg zu seinem ersten Sieg gegen Anand mit Schwarz zu sein.

In einer schönen Angriffsstellung tauschte Kramnik aber die Damen anstatt Risiko zu gehen. "Wegen der Zeitnot hatte ich Angst, einen Fehler zu machen, und habe deswegen die Damen getauscht", sagte Kramnik und kündigte an: "Ich werde bis zur letzten Patrone kämpfen."

Gefühlter Sieg bei Anand

Nach 45 Zügen und insgesamt 4:50 Stunden Spielzeit einigten sich beide Spieler auf ein Remis, für Kramnik war dies angesichts der vergebenen Chance eher eine Niederlage. Für Anand fühlte es sich wie ein Sieg an: "Ich habe heute nicht gut gespielt. Es war mein härtestes Spiel bis jetzt. Ich dachte, ich hätte eine verlorene Position."

Unabhängig vom Ausgang der ersten Schach-WM auf deutschem Boden seit 1934 erhalten Anand und Kramnik je 600.000 der 1,5 Millionen Euro Preisgeld, 300.000 Euro gehen an den ausrichtenden Weltverband FIDE.

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