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Wladimir Kramnik war von 2000 bis 2007 Schach-Weltmeister © getty

In Dresden beginnt am Donnerstag die 38. Schach-Olympiade. Doch nicht alle eingeladenen Teilnehmer dürfen auch mitmachen.

Dresden - Königliche Spielshow gleich neben der Residenz der ehemaligen sächsischen Monarchen: Im Kongresszentrum am Dresdner Elbufer beginnen am Donnerstag die Partien der 38. Schach-Olympiade (13. bis 25. November).

Für die 1350 Spieler aus 152 erwarteten Nationen haben die Organisatoren exakt 17.600 Schachfiguren aufgebaut.

Gastgeber Dresden hofft nach Deckung der größten Finanzlücken auf weltweit positive Schlagzeilen und den Ausbau des Renomees als Sportstadt.

Dresden wird Sportstadt

"Wir werden zeigen, dass Dresden ein idealer Ort für große Sportveranstaltungen ist", erklärt Winfried Lehmann.

Der für den Sport verantwortliche Bürgermeister verweist darauf, dass sich die bisher hauptsächlich Kunst und Kultur zugewandte Kommune mit Schach, der Shorttrack-EM 2010 sowie als Spielort der Frauenfußball-WM 2011 auch sportlich für Furore sorgen will.

Die sportliche PR-Kampagne, die auch dem zuletzt nachlassenden Strom der Touristen in Richtung Semperoper, Zwinger und Frauenkirche einen frischen Schub verleihen soll, hat die Landeshauptstadt mit erheblichem finanziellen Risiko erkauft.

Mammutshow als Zitterpartie

Lange war die Absicherung des auf vier Millionen Euro taxierten Etats der Mammutshow eine Zitterpartie. Die Kommune musste sich verpflichten, Risiken von 1,9 Millionen Euro abzusichern.

Mittlerweile aber sieht Lehmann "eine sehr zufriedene Stadt Dresden". 2,8 Millionen Euro sind durch drei Haupt- und insgesamt 52 Sponsoren sowie Zuschüsse (der Freistaat Sachsen allein steuert 500.000 Euro bei) abgesichert. Die städtischen Risiken reduzierten sich um mindestens 600.000 Euro.

Statt über Ausgaben wird in Dresden aber viel lieber über den Effekt des Wettbewerbs unter dem Slogan "Wir spielen eine Sprache" gesprochen.

Teilnehmerfeld mit Visa-Problemen

OK-Chef Dirk Jordan vermeldet "das hochkarätigste Teilnehmerfeld aller Zeiten".

Bis auf den gerade in Bonn zum Weltmeister gekürten Inder Viswanathan Anand (PR-Termine in Indien) hat die komplette Weltelite gemeldet, darunter auch der von Anand besiegte Wladimir Kramnik, der Russlands Team der Superstars zum ersten Olympiasieg seit sechs Jahren (zuletzt Bled 2002) führen soll.

Unklar bleibt bis zuletzt die genaue Teilnehmer-Zahl, da einige zumeist afrikanische Spieler noch von Visa-Problemen behindert werden.

"Einige Länder haben noch in der Vorwoche bis zu drei Spieler in ihren Mannschaften ausgetauscht. Kaum vorstellbar, dass alle noch ein Visum erhalten", vermutet Jordan.

Schach in aller Hände

Ab Donnerstag exakt 15.00 Uhr sollen alle 540 gleichzeitig laufenden Partien der 1. Runde in Echtzeit im Internet (www. dresden2008.de) zu sehen sein.

Für Jordan und sein Team die "größte Herausforderung überhaupt", die eigentlich sogar den am 22. November im üppigen Rahmenprogramm laufenden Versuch übertrifft, mit der längsten Schachbuchstraße der Welt in das Guinness-Buch der Weltrekorde zu kommen.

Für die Dresdner steht außerdem der Grundschultag im Fokus, wenn an fast allen der 120 Grundschulen der Region und sogar schon in einigen Kindergärten in das königliche Spiel eingeführt wird.

Dresden hat gerade in der Nachwuchs-Arbeit einen guten Ruf zu verteidigen, dort ist schließlich das Bundesleistungszentrum des Schachsports beheimatet.

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