Herausforderer Wesselin Topalow hat zum Auftakt der Schach-WM in seiner bulgarischen Heimat Sofia für eine Überraschung gesorgt und Titelverteidiger Viswanathan Anand förmlich überrannt. Nach nur 2:20 Stunden und 30 Zügen zwang Topalow den Inder zur Aufgabe.

Der 35 Jahre alte Herausforderer und der 40-jährige Anand spielen in Sofia um ein Preisgeld von 1,2 Millionen Euro und damit um die höchste Prämie der WM-Geschichte. Das Match unter der Schirmherrschaft des bulgarischen Premierministers Boiko Borissow ist auf zwölf Partien angesetzt.

Bei einem 6:6-Gleichstand würde am 13. Mai ein Tiebreak folgen. Topalow hatte am Samstag mit der Grünfeld-Indischen Verteidigung des Titelverteidigers keine Probleme. Anand brachte nach schnell aufeinanderfolgenden Zügen mit dem 18. Zug (Dame auf d6) eine Variante, die Topalow aber kannte.

Der Herausforderer griff daraufhin am Königsflügel an, und mit dem unbedachten 23. Zug (König auf f7) stürzte sich Anand ins Verderben. Topalow opferte den Springer und zerstörte die schwarze Festung mit einem gewinnbringenden Angriff.

Der Bulgare drang mit den zwei Türmen in die siebte Reihe ein, und die schlecht postierten schwarzen Figuren konnten Anands nackten König nicht mehr verteidigen. Der Weltmeister gab daraufhin nach dem 30. Zug von Weiß auf.

Die WM hatte mit einem Tag Verspätung begonnen, nachdem Anand wegen des Verkehrschaos' infolge des Vulkanausbruchs auf Island nicht pünktlich anreisen konnte. Nach einer 40-stündigen Busfahrt war der Weltmeister erst am Dienstag in Sofia eingetroffen.

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