Warnecke wieder im Wasser: "Kein Comeback wie Schumis"
Von Michael Spandern
München - Die Rückkehr ins Becken ging mit einer schweren Grippe einher, doch auch das hält Mark Warnecke nicht davon ab, mit 42 Jahren noch mal seine Grenzen als Schwimmer auszuloten.
"Ich habe sechs Kilo abgenommen, wenn auch vom falschen Gewebe", scherzt der 50-m-Brust-Weltmeister von 2005, der damals nach seinem Comeback ältester Champion seit 1971 war, im Gespräch mit SPORT1.
Von einem neuen Comeback will er nichts wissen: "Es ist kein Comeback wie bei Schumi, der Weltmeister werden wollte. Mehr ein Selbstversuch, was mit meinem technischen Verständnis und meinem ominösen Wassergefühl noch möglich ist."
Von Brandt angestachelt
Dieses Wassergefühl erlebt er in den vergangenen zweieinhalb Jahren nur in der Badewanne, wie der Essener freimütig bekennt.
Doch Dorothea Brandt, die er beim Krafttraining betreut, habe ihn angestachelt, selbst noch mal für die Topform zu schuften.
Da Warnecke weiterhin als Arzt arbeitet, kam es gerade recht, dass er die Trainingsprogramme nicht selbst erstellen muss. Das übernimmt der neue Bundestrainer Henning Lambertz.
Laudation für Lambertz
Darüber, dass Lambertz den seit dem Olympia-Debakel vakanten Posten besetzt ( Bericht), wusste Warnecke längst Bescheid. "Für mich persönlich ist er der beste Trainer in Deutschland", sagt er.
Und der motivierte Warnecke mit den Worten: "Wenn du ein Vierteljahr trainierst, bist du vorne dabei." Womit der Zeitplan bis zur DM in Berlin Ende April abgesteckt wäre.
Doch die DM ist nicht Warneckes erklärtes Ziel, auch mag er den Jüngeren ("Ich habe nichts gegen unseren Nachwuchs") keine Kampfansagen machen.
Vielmehr geht es ihm um die eigene Stärke, und da nimmt er kein Blatt vor den Mund.
Nur etwas langsamer als 2005
"Ich weiß: Ehrliche Arbeit währt am längsten, ich habe noch viel in mir", philosophiert der Kurzstreckler. "Und bis 25 Meter können mich Stand jetzt maximal Zwei in Deutschland schlagen."
Stand jetzt, das heißt nach wenigen Stunden im Kraftraum und gerade mal zwei Trainingseinheiten im Becken. Und doch schwimme er diese erste kurze Bahn nur sechs bis acht Zehntelsekunden langsamer als zu besten Zeiten im Anzug.
"Ich bin selbst mit 42 noch ein harter Brocken", meint er. Und hat sogar eine Idee, was er im Vergleich zu 2005 noch besser machen kann.
Weniger Muskelaufbau, genügend Kraft?
"Damals habe ich viele Aminosäuren zu mir genommen und viele Muskeln aufgebaut", erinnert sich der Ernährungsexperte.
"Aber durch die Muskeln war ich viel zu schwer. Diesmal will ich nur bestimmte Muskeln trainieren und schauen, ob ich trotzdem genug Kraft ins Wasser bringe."
Und für einen Waschbrettbrauch sei er ohnehin nicht der Typ. Vielmehr sei er ein Wettkampftyp, und wenn es ihn einmal packe, "müssen sich die anderen warm anziehen", tönt er dann doch.
Womöglich nicht nur bei der DM, denn Warneckes Selbstversuch ist unbefristet: "Ich mache das, solange ich Spaß habe."
Lawrence Okoye wird Footballspieler: Der britische Modellathlet erhält bei den San Francisco 49ers einen Dreijahresvertrag. Der Head Coach des Vizemeisters schwärmt. Sportler auf Abwegen. mehr...