WM-Doppel-Gold! Steffen und Biedermann siegen synchron
Istanbul - Goldene Premiere für Britta Steffen, versöhnlicher Abschluss für Paul Biedermann:
Das Schwimm-Traumpaar hat unter den Augen des neuen Bundestrainers Henning Lambertz mit Doppel-Gold innerhalb einer Stunde dem deutschen Team den bislang erfolgreichsten Wettkampftag der Kurzbahn-WM in Istanbul beschert.
Schon zwei Tage vor Schluss ist die Ausbeute des DSV-Teams größer als bei den letzten Titelkämpfen auf der 25-m-Bahn vor zwei Jahren in Dubai.
Lambertz schaut zu
Am frühen Freitagmorgen hatte der Deutsche Schwimm-Verband (DSV) zuvor das Geheimnis gelüftet, das keines mehr war:
Lambertz wurde als neuer Chef-Bundestrainer Schwimmen vorgestellt.
Die Akkreditierung um seinen Hals wies ihn schon als "offiziellen Teambetreuer" aus, doch der bisherige Essener Stützpunktcoach tritt erst am 1. Januar 2013 und vorerst bis Ende 2016 befristet die Nachfolge des vor einem Jahr entlassenen Dirk Lange an. ( Suche beendet: Lambertz wird neuer Bundestrainer)
Steffen überglücklich
Steffen freute sich über ihren ersten WM-Titel auf der Kurzbahn wie schon lange nicht mehr.
"Ich bin sehr glücklich, dass ich hier gewinnen konnte, obwohl ich mich gar nicht so gut gefühlt habe wie bei den Weltcups", sagte eine mehr als zufriedene Hallenserin nach ihrem Triumph über 100 m Freistil in Weltjahresbestzeit von 52,31 Sekunden.
Daniela Schreiber schrammte als Vierte (53,05) knapp am Podest vorbei.
Das Feld sei zwar international nicht so gut besetzt gewesen, "aber man kann nur die schlagen, die da sind. Deswegen bin ich stolz auf mich", meinte Steffen, die auch über die halbe Distanz eine Goldchance hat.
Biedermann verteidigt seinen Titel
Nur etwa 50 Minuten später verteidigte ihr Lebensgefährte Biedermann über 400 m Freistil seinen Titel von 2010 in Saisonbestzeit (3:39,15) erfolgreich.
"Ich freue mich über den Titel, auch wenn die Zeit nicht so dolle war", sagte Biedermann, dem der Rennverlauf wie auf den Leib geschneidert war:
"Die anderen sind nicht zu schnell angegangen, deswegen konnte ich am Ende den Turbo auspacken."
Mit der 4x100-m-Lagenstaffel verpasste Steffen die Podestplätze klar. Das DSV-Quartett mit Jenny Mensing, Caroline Ruhnau, Paulina Schmiedel und Schlussschwimmerin Steffen landete trotz deutscher Rekordzeit (3:56,85) abgeschlagen auf dem achten Platz.
Bestmarke für Koch
Auch Marco Koch verbesserte als Siebter im Finale über 200 m Brust in 2:03,68 Minuten seine eigene nationale Bestmarke.
Die Hallenserin Theresa Michalak wurde in Endlauf über über 100 m Lagen Achte.
Aus internationaler Sicht sorgte Superstar Ryan Lochte für das Highlight. Der fünfmalige Olympiasieger aus den USA gewann über 200 m Lagen in Weltrekordzeit von 1:49,63 Minuten und damit sein insgesamt viertes WM-Gold bei den Titelkämpfen.
Lambertz bremst die Euphorie
Lambertz geht seine Arbeit als Bundestrainer mit viel Tatendrang, aber auch mit einer gehörigen Portion Respekt an.
"Ich weiß, dass es eine schwere Aufgabe ist, an der sich vor mir schon ausgesprochen dekorierte Trainer die Zähne ausgebissen haben", sagte der neue starke Mann der Becken- und Freiwasserschwimmer, der sofort die Erwartungen dämpfte:
"Wir werden von der WM 2013 sicher nicht mit einem Sack voller Medaillen nach Hause kommen."
"Ein cooler Kumpeltyp"
Bei den Athleten kam die Nachricht überwiegend positiv an.
"Ein cooler Kumpeltyp" sei Lambertz, verriet Diener.
Biedermann, der sich für einen ausländischen Coach ausgesprochen hatte, wünschte dem neuen Bundestrainer angesichts der komplizierten Gemengelage im Verband "starke Nerven und ein langes Durchhaltevermögen".
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