Steffen glänzt, die anderen schauen zu
Istanbul - Einen Tag nach Doppel-Gold für Britta Steffen und Paul Biedermann ( Bericht) fanden die Finals bei der Kurzbahn-WM in Istanbul komplett ohne deutsche Beteiligung statt.
Den aus deutscher Sicht trostlosen vierten Wettkampftag in der Sinan Erdem Arena hellte zumindest Steffen mit ihrem Finaleinzug über 50 m Freistil etwas auf, auch wenn der Titel im Finale am Sonntag wohl außer Reichweite ist.
"Ich habe eine Chance auf eine Medaille, darauf wetten würde ich aber nicht. Über 50 Meter kann immer alles passieren", sagte Steffen, die als Dritte des Halbfinals um 14 Hundertstelsekunden langsamer war als die Weißrussin Aliaxandra Herasimenia.
Steffen besiegt "junge Kücken"
Die Olympiazweite werde sich im Finale noch deutlich steigern und eine Zeit unter 24 Sekunden schwimmen, war sich Steffen sicher: "Wenn Herasimenia keine großen Fehler macht, dann schwimmt sie hier durch."
Niedergeschlagen wäre die Doppel-Olympiasiegerin von 2008 aber nicht, wenn es nicht mit der zweiten Goldmedaille klappen würde.
"Durch den Sieg über 100 Meter bin ich sehr locker", sagte Steffen. Es sei zwar angesichts der mäßigen Besetzung "noch nie so einfach gewesen, einen WM-Titel zu gewinnen", dennoch sei sie stolz, "als 29-Jährige gegen die ganzen jungen Küken" gewonnen zu haben.
Schreiber verpasst Endlauf
Die Hallenserin Daniela Schreiber konnte sich dagegen als Zwölfte (24,81) nicht für den Endlauf qualifizieren.
"Dafür hätte ich schon Bestzeit schwimmen müssen, und das wäre bei meinem Trainingszustand zu viel verlangt gewesen", sagte die 23-Jährige, die sich zuletzt mit Schulterproblemen plagte.
Bereits am Vormittag hatten in ihren Vorläufen Yannick Lebherz (18. Platz/48,19 Sekunden) und Christoph Fildebrandt (22./48,28) über 100 m Freistil, Theresa Michalak über 200 m Lagen (13./2:11,59) und Paulina Schmiedel über 100 m Schmetterling (24./59,26) die Finalläufe verpasst.
Nächster Weltrekord von Lochte
Die Glanzlichter aus internationaler Sicht setzten wieder einmal Ryan Lochte und Ruta Meilutyte.
Einen Tag nach seiner Bestmarke beim WM-Sieg über 200 m Lagen schwamm der fünfmalige Olympiasieger Lochte im Halbfinale über die halbe Distanz in 50,71 Sekunden zum Kurzbahn-Weltrekord.
Die erst 15-Jährige Meilutyte schlug im Finale über 100 m Brust als Siegerin nach 1:03,52 Minuten an und blieb damit zwei Zehntelsekunden unter dem alten Kurzbahn-Europarekord von Rikke Moeller-Pedersen (Dänemark).
Zuvor hatte Meilutyte auch schon den Titel über die halbe Distanz in Europarekordzeit gewonnen.
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