Traumpaar Steffen/Biedermann: Gemeinsam zu alter Stärke
Istanbul - Nach dem versöhnlichen Abschluss des enttäuschenden Sport-Jahres 2012 freuten sich Britta Steffen und Paul Biedermann auf ihren privaten Neubeginn.
In den kommenden Wochen bestimmt der Einzug ins erste gemeinsame Heim in Halle/Saale das Leben des Schwimm-Paares.
Die Rollen sind klar verteilt. "Ich darf die Küche aussuchen und bin da eher puristisch. Wahrscheinlich wird's weiß. Beim Sofa muss ich meinen Freund fragen, da hat er eher ein Händchen für", sagte Steffen.
Ihre 100-Quadratmeter-Wohnung wollen sie "Schrittchen für Schrittchen" mit Leben füllen.
Vier Medaillen für Steffen und Biedermann
Das gleiche Motto gilt für ihren sportlichen Neustart in Halle. Der Erfolg bei der Kurzbahn-WM in Istanbul war da schon mal ein guter Anfang.
Biedermann räumte mit Gold (400 m Freistil), Silber (200 m Freistil) und Bronze (4x200-m-Freistilstaffel) den kompletten Medaillensatz ab, Steffen triumphierte über 100 m Kraul und schwamm zum Abschluss am Sonntag im Finale über die halbe Distanz als Vierte nur knapp an Edelmetall vorbei.
"Kleine Pflaster auf der großen Wunde Olympia", nannte Biedermann seine Podestplätze bei den nur mäßig besetzten Titelkämpfen.
Druck von zwei Seiten
Seine enttäuschenden Auftritte in London habe der 26-Jährige noch immer nicht ganz verdaut: "Ich bin noch in der Phase des Vergessens."
Seine Lebensgefährtin tut sich da wesentlich leichter, was Biedermann auch im gemeinsamen Training zu spüren bekommt.
"Paul bekommt jetzt von zwei Seiten Feuer", sagte Heimtrainer Frank Embacher.
Sieg über die Jugend
Die Motivation ist bei Steffen definitiv zurück.
Bei der Siegerehrung nach dem ersten WM-Gold ihrer Karriere auf der 25-m-Bahn schimmerten sogar Tränen der Rührung durch.
"Ja, aber geweint habe ich nicht", sagte die Doppel-Olympiasiegerin von 2008: "Ich habe es sehr genossen, denn solche Momente kommen ja nicht mehr so oft."
Sie sei stolz, dass sie sich "als 29-Jährige gegen die ganzen jungen Küken" durchgesetzt habe.
Auch Begegnungen wie die kürzlich am Flughafen bringen das "Sensibelchen", wie sie sich selbst einmal nannte, nicht mehr aus der Fassung.
Dort, erzählte Steffen, habe jemand zu Biedermann über sie gesagt: "Die Frau kenne ich: Das ist doch die, die bei Olympia so versagt hat."
Neues Motto für Steffen
Im neuen Jahr will es sich Steffen aber vor allem selbst beweisen.
"Ich will neue Reize setzen und nochmal das Beste aus mir herausholen", sagte die zweifache Weltmeisterin von 2009. Deswegen verließ sie auch ihr vertrautes Umfeld in Berlin mit ihrem langjährigen Heimcoach Norbert Warnatzsch.
"Es heißt doch immer: Nur wer sich verändert, bleibt sich treu", sagte die Weltrekordlerin.
Silvester auf La Reunion
Die Wahl des Weihnachts-Essens bleibt aber auch in diesem Jahr gleich.
Kartoffelsalat mit Würstchen steht bei Steffen und Biedermann Heiligabend auf dem Speiseplan. Am zweiten Weihnachtstag reisen beide zu einem Wettkampf auf die französische Insel La Reunion.
Dort werden sie auch Silvester feiern - und sicher auf ein hoffentlich erfolgreicheres Sport-Jahr 2013 anstoßen.
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