Doppel-Olympiasiegerin Britta Steffen hat den verkappten Freispruch für den brasilianischen Weltrekordler Cesar Cielo scharf kritisiert.

"Krass" nannte die Doppel-Weltmeisterin nach dem Training am Freitag in der WM-Schwimmhalle von Schanghai die Entscheidung des internationalen Sportgerichtshofes CAS, den Titelverteidiger über 50 und 100 m Freistil trotz Dopingbefunds starten zu lassen.

"Wozu macht man dann überhaupt noch Dopingtests?", fragte die 27-Jährige, die am Sonntag mit der 4x100-m-Freistilstaffel in die WM startet: "So kann jeder machen, was er will. Das ist traurig und bitter. Es macht alles kaputt und unglaubwürdig."

Der CAS hatte am Donnerstag den Antrag des Weltverbandes FINA auf eine dreimonatige Sperre abgelehnt und die Verwarnung für Cielo bestätigt. Damit kann der Brasilianer, bei dem das Diuretikum Furosemid festgestellt worden war, seine beiden WM-Titel in Schanghai verteidigen.

Zudem gilt der Olympiasieger von Peking als Topfavorit über die 50 m Schmetterling. Cielo hatte erklärt, das verbotene Mittel unwissentlich mit einer Koffeinkapsel eingenommen zu haben.

Auch Kurzbahn-Europameister Markus Deibler war geschockt.

"Das kann es ja wohl nicht sein", sagte der Hamburger: "Man kann keine Rücksicht auf einzelne Fälle nehmen. Da kann ja jeder kommen. Es gilt gleiches Recht für alle."

Deibler vermutet eine Sonderbehandlung für besonders prominente Sportler: "Jeder, der jemals Olympiasieger war, könnte sich ja jetzt erlauben, was er will."

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