Ohne Wunderanzüge sind die Weltrekorde für die Schwimmer bei der WM in Shanghai außer Reichweite.

Zur Halbzeit der Beckenwettbewerbe am Mittwoch gab es nach 17 von 40 Entscheidungen noch keine einzige neue Bestmarke.

Sollte dies bis zum Sonntag so bleiben, wäre es erst die zweite Weltmeisterschaft ohne Weltrekord - bislang waren nur 1998 in Perth Bestzeiten ausgeblieben.

In Rom waren vor zwei Jahren nach den ersten 17 Entscheidungen bereits 22 Weltrekorde gefallen, am Ende standen mit 43 Bestzeiten so viele wie nie zuvor in der 38-jährigen WM-Historie zu Buche. Mehrfach waren alte Bestmarken schon in Vorläufen pulverisiert worden.

Auf 28 Strecken haben Weltrekorde von Rom bis heute Bestand.

Die Erklärung für die Abflachung der Zeiten ist das Verbot der High-Tech-Anzüge im vergangenen Jahr. Die Schwimmer bestreiten ihre Rennen wieder in einer Badehose aus Textil.

Die Vorteile der günstigeren Wasserlage und eines besseren Vortriebs, die die mit Kunststoff beschichteten Anzüge gebracht hatten, gehen damit verloren.

So war Paul Biedermann, der besonders von den Ganzkörperanzügen profitiert hatte, bei seiner Bronzemedaille über 200 m Freistil am Dienstag mit 1:44,88 Minuten fast drei Sekunden langsamer als bei seiner goldenen Weltrekordzeit in Rom (1:42,00).

Auch Sieger Ryan Lochte (USA) blieb in 1:44,44 deutlich zurück. Der Frage, ob die alten Zeiten überhaupt noch einmal möglich sein werden, wich Biedermann aus: "Es gibt wieder die normale Badehose. Alles andere zählt nicht. Bei Olympia wird mit der normalen Hose geschwommen. Da mache ich mir keine Gedanken über die alten Zeiten."

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