Der Internationale Sportgerichtshof CAS hat verunreinigte Koffeinkapseln als Grund für den Freispruch des umstrittenen Schwimm-Olympiasiegers Cesar Cielo bestätigt.

Die Welt-Anti-Doping-Agentur WADA habe in einem Labor in Rio de Janeiro tatsächlich Spuren des Diuretikums Furosemid in den Koffeinkapseln festgestellt, die der 24-jährige Brasilianer als Auslöser für einen positiven Dopingtest angeführt hatte.

Das gab der CAS acht Tage nach Ablehnung einer dreimonatigen Sperre in einer Erklärung bekannt.

Zudem habe die Apotheke erklärt, dass sie am Tag der Kapselherstellung auch Tabletten gegen Herzkrankheiten produziert habe, in denen Furosemide enthalten seien.

Da die Stoffkonzentration im Urin Cielos aber normal war, sah der CAS die Gefahr einer bewussten Verschleierung eines anderen Dopingpräparats nicht gegeben.

Daher lehnte er die vom Schwimm-Weltverband FINA geforderte dreimonatige Sperre ab und beließ es bei Cielo und zwei ebenfalls positiv getesteten Brasilianern bei einer Ermahnung.

Der Freispruch drei Tage vor Beginn der WM-Beckenwettbewerbe in Shanghai hatte für einigen Widerspruch gesorgt.

"Das hat eine neue Qualität. Ab jetzt wäre ja jeder dumm, wenn er nicht Furosemid nimmt", sagte Doping-Jäger Werner Franke, "das ist alles nicht nachvollziehbar, zumal die Einnahme anderer Verschleierungsmittel schon zu Strafen geführt hat."

Auch bei den Athleten war die Entscheidung auf Unverständnis gestoßen.

"Wozu macht man überhaupt noch Dopingtests?", sagte Doppel-Olympiasiegerin Britta Steffen. "So kann jeder machen, was er will. Das ist traurig und bitter. Es macht alles kaputt und unglaubwürdig."

Cielo zeigte sich davon bei der WM unbeeindruckt und gewann am Montag über 50 m Schmetterling seinen dritten WM-Titel. Danach war er für Minuten in Tränen ausgebrochen. Aus dem Publikum gab es vereinzelte Pfiffe.

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