Nach der historischen WM-Pleite von Shanghai fordern die Schwimmtrainer Konsequenzen. Die Vorbereitung auf die Olympischen Spiele 2012 in London soll anders terminiert werden.

"Die deutschen Meisterschaften sieben Wochen vor der WM waren nicht leistungsfördernd", sagte Henning Lambertz, Stützpunkttrainer in Essen und in China unter anderem für die Staffeln zuständig: "Wir haben als Trainer schon vorher gesagt: Entweder muss die DM näher ran oder weiter weg."

Der Abstand zwischen den nationalen Titelkämpfen Anfang Juni in Berlin, bei denen die WM-Normen erreicht werden mussten, und der WM Ende Juli sei zu lang gewesen, um das Leistungsniveau zu halten und weiterzuentwickeln, und zu kurz, um "noch mal einen neuen Formaufbau zu machen".

Die Folge: In Shanghai konnten viele Schwimmer, die sich für die harten WM-Normen richtig strecken mussten, ihre Zeiten nicht mehr wiederholen. Am Ende stand die schlechteste Medaillenausbeute der deutschen Schwimmer seit der Wiedervereinigung.

"Wir wussten, dass es sehr schwer wird, eine Steigerung zu bringen", sagte Lambertz, der in Essen die WM-Teilnehmer Hendrick Feldwehr, Jan David Schepers, Lisa Vitting und Sina Sutter betreut. "Die Form zu halten, das geht, aber mehr ist sehr schwierig."

"Am liebsten wäre es uns, wenn zwei Wochen vor der EM die deutschen Meisterschaften stattfinden und wir dann neun Wochen Zeit bis Olympia haben", sagte Lambertz mit Blick auf das nächste Jahr.

Die Europameisterschaften in Antwerpen sind bereits vom 16. bis 27. Mai. In London beginnen die Schwimmwettkämpfe am 28. Juli.

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