Als "Spiderman" will Christian vom Lehn zu den Olympischen Spielen 2012 in London. In der neuen Arbeitskleidung seines Ausrüsters, die am Mittwoch in der Olympiastadt vorgestellt wurde, sieht der WM-Dritte über 200 m Brust einem Comic-Helden ähnlicher als einem Schwimmer.

"Es fühlt sich alles noch komisch an", sagte der 19-Jährige nach der Präsentation in einer alten Fabrikhalle in der Londoner Innenstadt, "ich sehe aus wie Spiderman."

Das Auffälligste an der neuen Schwimmkleidung "Fastskin3" ist die futuristische Brille, die sich an den Kopf schmiegt und zusammen mit der faltenfreien Kappe und der stärker komprimierenden Hose den Wasserwiderstand um 16,6 Prozent verringern soll.

"Ich habe es noch nicht ausprobiert und kann noch nicht sagen, wie groß der Unterschied ist", sagte vom Lehn, der nach seinem Überraschungserfolg im vergangenen Sommer als eine der Olympia-Hoffnungen der deutschen Schwimmer gilt.

Die US-Stars Michael Phelps und Ryan Lochte sind da weiter. Sie haben das neue System, das mit viel Aufwand und Geheimhaltung über vier Jahre im Labor in Nottingham für Olympia entwickelt wurde, schon getestet. "Ich fühle mich eins mit dem Wasser", urteilte Phelps, der im nächsten Sommer seine eindrucksvolle Olympia-Bilanz von 14 Goldmedaillen ausbauen will, aus der Ferne.

Wie Lochte, der ihm bei der WM in Shanghai mit fünf Titeln die Show gestohlen hatte, war der Rekord-Olympiasieger bei der Präsentation zwar nicht anwesend, aber doch allgegenwärtig. "Wie ein Action-Held" fühlt sich Lochte in seiner neuen Arbeitskleidung, "nicht zu stoppen".

Der Einfluss der Schwimmkleidung ist nach dem Verbot der High-Tech-Anzüge vor zwei Jahren allerdings deutlich geringer geworden. Seit Anfang 2010 sind nur noch Hosen bis zum Knie, sogenannte Jammers, für die Männer und schulterfreie Anzüge für die Frauen erlaubt - alles aus Textil. Die Kunststoffbeschichtungen, die zur Rekordflut führten, sind seitdem verboten.

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