Schwimmstar Britta Steffen kehrt Berlin sowie ihrem langjährigen Coach Norbert Warnatzsch den Rücken und wird künftig gemeinsam mit ihrem Freund Paul Biedermann in Halle an der Saale leben und trainieren.
"Ich werde 29 Jahre alt. In diesem Alter möchte ich die Zeit unter der Woche nicht mehr im Haus der Athleten verbringen", sagte Steffen: "Die letzten drei Jahre meines privaten Glücks habe ich dem Sport untergeordnet. Jetzt möchte ich mit Paul keine Wochenendbeziehung mehr führen."
Aus diesem Grund wird die Doppel-Olympiasiegerin von 2008 "nicht mehr in Berlin trainieren", sondern "zusammen mit Paul meine sportlichen Ziele in Halle verfolgen".
Steffen wird künftig in der Gruppe des Hallenser Coaches Frank Embacher trainieren.
"Sowohl in Berlin als auch in Halle gibt es einen Bundestützpunkt mit guten Trainern", sagte Leistungssportdirektor Lutz Buschkow vom Deutschen Schwimm-Verband (DSV).
"Ich wurde erst am Mittwochabend gefragt, ob ich mir das vorstellen kann. Ich hoffe, dass Paul durch das gemeinsame Training wieder ein paar Prozentpunkte Motivation dazugewinnt", sagte Embacher.
Auch er könne noch nicht sagen, ob und wie weit Warnatzsch noch in Steffens Trainingsarbeit eingebunden sein wird. "Die beiden haben diesen Schritt aber vorher gemeinsam geklärt", sagte Embacher.
Steffen hatte den 65 Jahre alten Warnatzsch nach mehreren Gesprächen zuletzt dazu bewegen können, die gemeinsame Arbeit mindestens bis zur Heim-EM 2014 in Berlin fortzusetzen. Nach den olympischen Schwimmwettbewerben im Sommer, bei denen Steffen über 50 und 100 m Freistil eine Medaille verpasste, hatte Warnatzsch dem DSV in einer E-Mail noch mitgeteilt, künftig nicht mehr zur Verfügung zu stehen.

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